Westminster Bekenntnis – 3.Woche

19. Januar 2019

Das Alte Testament in Hebräisch (das die eigene Sprache des Volkes Gottes von alters her war) und das Neue Testament in Griechisch (das zur Zeit seiner Abfassung den Völkern ganz allgemein bekannt war), sind, weil sie von Gott unmittelbar eingegeben und durch seine besondere Fürsorge und Vorsehung zu allen Zeiten unverfälscht bewahrt sind, völlig zuverlässig, sodass sich die Kirche in allen Religionsstreitigkeiten letztlich auf sie berufen soll. Weil aber diese Ursprachen nicht dem gesamten Volk Gottes – das ein Recht und Interesse an der Schrift hat und dem geboten ist, sie in Gottesfurcht zu lesen und zu erforschen – bekannt sind, so sollen sie in die Umgangssprache jedes Volkes, zu dem sie gelangen, übersetzt werden, damit das Wort Gottes reichlich in allen wohne, sie ihm in einer wohlgefälligen Weise dienen und durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben können.

Die unfehlbare Regel der Schriftauslegung ist die Schrift selbst. Deswegen muss, wenn eine Frage über die wahre und volle Bedeutung einer Schriftstelle vorliegt (die nur einen Wortsinn zulässt), das mit Hilfe anderer Stellen, wo deutlicher davon die Rede ist, erforscht und erkannt werden.

Der oberste Richter, von dem alle Religionsstreitigkeiten entschieden werden und alle Konzilsbeschlüsse, Meinungen von Kirchenvätern, Menschenlehren und einzelne Geister geprüft werden müssen und bei dessen Urteil wir Ruhe finden sollen, kann kein anderer sein als der Heilige Geist, der in der Schrift spricht.

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Die Lehrregel von Dordrecht – 3.Woche

18. Januar 2019

Artikel 5

Die Ursache oder die Schuld dieses Unglaubens, wie die auch aller anderen Sünden, liegt keineswegs in Gott, sondern im Menschen. Der Glaube aber an Jesus Christus und die Seligkeit durch ihn sind eine Gnadengabe Gottes, wie geschrieben steht: Aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es (Eph. 2,8). Und ebenfalls: Euch ist die Gnade gegeben, an Christus zu glauben (Phil 1,29).

Artikel 6

Daß Gott einigen in der Zeit den Glauben schenkt, anderen aber nicht, geht aus seinem ewigen Ratschluß hervor; denn ihm sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt (Apg 15,18); und: Er wirkt alle Dinge nach dem Ratschluß seines Willens (Eph 1,11). Nach diesem Ratschluß erweicht er gnädig die Herzen der Auserwählten, obwohl sie hart sind, und neigt sie gnädig zum Glauben; diejenigen aber, die nicht erwählt sind, beläßt er nach seinem gerechten Urteil in ihrer Bosheit und Hartherzigkeit. Und hier erschließt sich uns besonders die tiefe, barmherzige und zugleich gerechte Unterscheidung der Menschen, die alle gleich verderbt sind, oder der Ratschluß der Erwählung und Verwerfung, im Worte Gottes geoffenbart. Es ist ein Ratschluß, den verkehrte, unreine und schwankende Menschen zu ihrem Verderben verdrehen, der aber den heiligen und gottesfürchtigen Seelen einen unaussprechlichen Trost gewährt.


Der große Westminster Katechismus – 3.Woche

17. Januar 2019

12. Frage: Was sind die Ratschlüsse Gottes?
Antwort: Gottes Ratschlüsse sind die weisen, freien und heiligen Beschlüsse des Rates seines Willens, wodurch er von aller Ewigkeit her zu seiner eignen Ehre unabänderlich lles vorausverordnet hat, was sich in der Zeit ereignet, besonders in Hinsicht auf die Engel und die Menschen.

13. Frage: Was hat Gott besonders über die Engel und die Menschen beschlossen?
Antwort: Gott hat durch einen ewigen und unabänderlichen Ratschluss aus reiner Liebe zum Preise seiner herrlichen Gnade, die zu seiner Zeit kundgetan werden sollte, einige Engel zur Herrlichkeit auserwählt und hat in Christo einige Menschen zum ewigen Leben und zugleich zu den Mitteln dafür erwählt; und ebenso hat er gemäss seiner unumschränkten Macht und dem unerforschlichen Rat seines eigenen Willens (wodurch er Gunst erweist oder vorenthält, wie es ihm gefällt) die übrigen übergangen und vorausverordnet zur Unehre und zum Zorn, die um ihrer Sünde willen über sie verhängt werden sollten, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gerechtigkeit.

14. Frage: Wie führt Gott seine Ratschlüsse aus?
Antwort: Gott führt seine Ratschlüsse in den Werken der Schöpfung und Vorsehung aus gemäss seinem untrüglichen Vorherwissen und dem freien und unabänderlichen Ratschluss seines eigenen Willens.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 3.Woche

16. Januar 2019

Artikel 7 – Von der Vollkommenheit der Heiligen Schrift
Wir glauben auch, daß diese Heilige Schrift vollkommen den ganzen Willen Gottes umfasse und daß in ihr alles das in vollem Maße gelehrt werde, was von den Menschen geglaubt werden muß, damit sie die Seligkeit erlangen. Da nun dort aufs genauste und weitläufig die ganze Weise der Gottesverehrung beschrieben ist, die Gott von den Gläubigen verlangt, so darf kein Mensch, und wäre er auch mit apostolischer Würde bekleidet, und nicht einmal ein Engel, vom Himmel gekommen, wie der heilige Paulus sagt, anders lehren, als wir schon längst in der Heiligen Schrift belehrt sind. Denn da es verboten ist, daß jemand dem Worte Gottes irgend etwas zusetze oder raube, so wird eben dadurch hinlänglich erklärt, daß diese heilige Lehre in allen ihren Beziehungen und Teilen vollendet und abgeschlossen ist. Ein jeder muß sich daher sorgfältig hüten, daß er ihr nicht etwas zusetze oder raube, wodurch menschliche Weisheit mit göttlicher Weisheit vermischt werden könnte. Deshalb sind mit diesen göttlichen Schriften und dieser Wahrheit Gottes keine andern Schriften der Menschen, von welcher Heiligkeit sie auch seien, keine Gewohnheit, nicht irgendeine Menge noch das Alter, noch Vorschrift der Zeiten oder die Nachfolge von Personen, noch irgend Konzilien, keine Beschlüsse und Satzungen der Menschen endlich zusammenzustellen oder zu vergleichen, da ja die Wahrheit Gottes vorzüglicher ist als alle Dinge. Denn alle Menschen sind Lügner, und ihre Weisheit darf Gott nicht untergeschoben werden, sie sind nichtiger als die Nichtigkeit selbst. Deshalb verwerfen wir von ganzem Herzen, was nur mit dieser untrüglichen Regel nicht übereinkommt, wie wir von den Aposteln gelehrt sind, wenn sie sagen: »Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind«; und: »Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmet ihn nicht in euer Haus.«


Der kürzere Westminster Katechismus – 3.Woche

15. Januar 2019

7. Was sind die Ratschlüsse Gottes?

Die Ratschlüsse Gottes sind seine ewige Absicht entsprechend dem Rat seines Willens, wodurch er zu seiner eigenen Ehre vorherbestimmt hat, was immer passieren soll22.

8. Wie führt Gott seine Ratschlüsse aus?

Gott führt seine Ratschlüsse durch das Werk der Schöpfung und durch seine Vorsehung aus23.

22) Ps 33,11; Jes 14,24; Apg 2,23; Eph 1,11-12

23) Ps 148,8; Jes 40,26; Dan 4,35; Apg 4,24-28; Offb 4,11