Die Lehrregel von Dordrecht – 9.Woche

26. Februar 2021

Artikel 15

Diese ewige und unverdiente Gnade unserer Erwählung weist und preist uns die Schrift am meisten dadurch an, daß sie weiter bezeugt, daß nicht alle Menschen erwählt, sondern manche nicht erwählt und in Gottes ewiger Erwählung übergangen sind. Es sind diejenigen, über die Gott in seinem völlig freien, gerechten, untadeligen und unveränderlichen Wohlgefallen beschlossen hat, sie in dem gemeinsamen Elend, in das sie sich durch ihre eigene Schuld gestürzt haben, zu lassen, und sie nicht mit dem seligmachenden Glauben und der Gnade der Bekehrung zu beschenken, sondern sie auf ihren eigenen Wegen und unter seinem gerechten Urteil zu belassen, und sie schließlich nicht nur wegen des Unglaubens, sondern auch wegen aller übrigen Sünden, zum Erweis seiner Gerechtigkeit, zu verdammen und ewig zu strafen. Und dies ist der Ratschluß der Verwerfung, der Gott keineswegs zum Urheber der Sünde (was zu denken gotteslästerlich ist), sondern zu ihrem furchtbaren, untadeligen und gerechten Richter und Rächer macht.

Artikel 16

Diejenigen, die den lebendigen Glauben an Christus oder die sichere Zuflucht des Herzens, den Frieden des Gewissens, die Übung des kindlichen Gehorsams, den Ruhm in Gott durch Christus noch nicht kräftig in sich fühlen, aber doch die Mittel, durch die Gott verheißen hat, dies alles in uns zu wirken, gebrauchen, müssen – wenn sie von der Verwerfung hören – sich nicht entmutigen lassen, auch sich nicht zu den Verworfenen zählen, sondern im Gebrauch der Mittel eifrig fortfahren, die Stunde der reichlicheren Gnade heiß ersehnen und sie ehrfurchtsvoll und demütig erwarten. Viel weniger noch brauchen diejenigen von der Lehre der Verwerfung erschreckt zu werden, die ernsthaft begehren, sich zu Gott zu bekehren, ihm allein zu gefallen und von dem Leibe des Todes erlöst zu werden, trotzdem aber auf dem Wege der Gottseligkeit und des Glaubens noch nicht so weit kommen können, wie sie wohl wollten, weil der barmherzige Gott ja verheißen hat, den glimmenden Docht nicht auszulöschen und das zerstoßene Rohr nicht zu zerbrechen. Für diejenigen aber, die – Gott und unseren Heiland Jesus Christus nicht achtend – sich den Sorgen der Welt und den Wollüsten des Fleisches völlig überlassen, ist diese Lehre mit Recht schrecklich, solange sie sich nicht ernstlich zu Gott bekehren.


Der große Westminster Katechismus – 8.Woche

25. Februar 2021

30. Frage: Lässt Gott das ganze Menschengeschlecht im Stande der Sünde und des Elends untergehen?
Antwort: Gott lässt nicht alle Menschen im Stande der Sünde und des Elends untergehen, worin sie dadurch gefallen waren, dass sie den ersten Bund gebrochen hatten, den man gewöhnlich den Bund der Werke nennt; vielmehr errettet er daraus nach seiner reinen Liebe und Barmherzigkeit seine Auserwählten und bringt sie in einen Stand des Heils durch den zweiten Bund, den man gewöhnlich den Bund der Gnade nennt.

31. Frage: Mit wem wurde der Bund der Gnade gemacht?
Antwort: Der Bund der Gnade wurde mit Christus als dem zweiten Adam und in ihm mit allen Auserwählten als seinem Samen gemacht.

32. Frage: Wie bekundet sich die Gnade Gottes in dem zweiten Bund?
Antwort: Die Gnade Gottes bekundet sich in dem zweiten Bund dadurch, dass er Sündern einen Mittler und durch ihn Leben und Seligkeit umsonst bereitet und anbietet und, indem er Glauben als die Bedingung verlangt, unter der sie Anrecht auf ihn gewinnen, allen seinen Auserwählten seinen heiligen Geist verheißt und gibt, damit er in ihnen jenen Glauben mit allen ändern selig machenden Gnadengaben wirkt und sie zu allem heiligen Gehorsam fähig macht, als dem Beweis der Wahrheit ihres Glaubens und ihrer Dankbarkeit gegen Gott und als dem Weg, den er ihnen zur Seligkeit bestimmt hat.

33. Frage: Ist der Bund der Gnade allezeit auf eine und dieselbe Weise durchgeführt worden?
Antwort: Der Bund der Gnade ist nicht allezeit in derselben Weise durchgeführt worden, sondern seine Durchführung unter dem Alten Testament war verschieden von der unter dem Neuen.

34. Frage: Wie wurde der Bund der Gnade unter dem Alten Testament durchgeführt?
Antwort: Der Bund der Gnade wurde unter dem Alten Testament durchgeführt durch Verheißungen, Weissagungen,Opfer, Beschneidung, das Passah und andere Vorbilder und Einrichtungen, welche alle auf Christum als den damals zukünftigen hinwiesen und für jene Zeit hinreichend waren, um die Auserwählten zu erbauen im Glauben an den verheißenen Messias, durch welchen sie damals volle Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit erlangten.

35. Frage: Wie wird der Bund der Gnade unter dem Neuen Testament durchgeführt?
Antwort: Unter dem Neuen Testament, worin Christus wesenhaft erschienen ist, wurde ebenderselbe Bund der Gnade durchgeführt und ist noch durchzuführen in der Predigt des Wortes und der Verwaltung der Sakramente, der Taufe und des heiligen Abendmahls, worin Gnade und Seligkeit in größerer Fülle, Klarheit und Kraft allen Völkern dargeboten wird.

36. Frage: Wer ist der Mittler des Bundes der Gnade?
Antwort: Der einige Mittler des Bundes der Gnade ist der Herr Jesus Christus, welcher, obwohl er der ewige Sohn Gottes, eines Wesens mit dem Vater und ihm gleich war, in der Fülle der Zeit Mensch wurde, und welcher so war und bleibt Gott und Mensch in zwei ganzen, unterschiedenen Naturen und eine einzige Person immerdar.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 8.Woche

24. Februar 2021

Artikel 13 – Von der Vorsehung Gottes
Wir glauben, daß der liebe Gott, nachdem er alle Dinge geschaffen hatte, sie keineswegs der Willkür des Zufalls oder Schicksals überlassen hat, sondern daß er selbst, nach Vorschrift seines heiligen Willens, sie immerwährend so regiert und lenkt, daß nichts in dieser Welt ohne seinen Willen und seine Anordnung geschieht, obgleich Gott doch von dem Bösen, das in dieser Welt geschieht, weder der Urheber ist noch daran Schuld hat. Denn so weit erstreckt sich seine unendliche und unbegreifliche Macht und Güte, daß er auch dann seine Werke und Handlungen heilig und gerecht anordnet und ausführt, wenn auch der Teufel und die Gottlosen ungerecht handeln. Über alles aber, was er tut, das die menschliche Fassungskraft übersteigt, wollen wir nicht neugierig und über unsre Fassungskraft nachforschen, sondern vielmehr die verborgenen und gerechten Gerichte Gottes demütig und ehrfurchtsvoll verehren. Denn es genügt uns, daß wir Christi Schüler sein können und das lernen, was er uns in seinem Worte selbst lehrt, und wollen nicht diese Grenzen überschreiten. Diese Lehre aber bringt uns einen unermeßlichen Trost. Denn aus ihr lernen wir, daß uns nichts zufällig trifft, sondern alles nach dem Willen unsres himmlischen Vaters, der für uns mit wahrhaft väterlicher Sorge wacht, dem alles untergeben ist, so daß kein Haar unsres Hauptes (welche alle gezählt sind) ausfallen und nicht der kleinste Sperling zu Boden fallen kann ohne den Willen unsres Vaters. Hierbei beruhigen wir uns völlig, indem wir wissen, daß Gott die Teufel und alle unsre Feinde gleich wie mit Zügeln so im Zaume hält, daß sie ohne seinen Willen und seine Erlaubnis niemand von uns schaden können. Deshalb verwerfen wir hier die abscheuliche Meinung der Epikureer, welche sich Gott als müßig und nichtstuend und alles dem Glück und Zufall überlassend vorstellten.


Der kürzere Westminster Katechismus – 8.Woche

23. Februar 2021

14. Was ist Sünde?
Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung desselben38.

38) Lev 5,17; Jak 4,17; 1Joh 3,4


Kinderkatechismus – 8.Woche

22. Februar 2021

Frage 28: Was ist Sünde?
Antwort: Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung davon.

Frage 29: Was ist ein “Mangel an Übereinstimmung”?
Antwort: Nicht zu sein oder zu tun was Gott fordert.

Frage 30: Was ist eine Übertretung?
Antwort: Das zu tun, was Gott verbietet.