Westminster Bekenntnis – 21.Woche

25. Mai 2019

Artikel 13 – Von der Heiligung

Diejenigen, die wirksam berufen und wiedergeboren sind, besitzen ein neues Herz und einen neuen Geist, beides in ihnen neu geschaffen. Sie werden weiterhin wirklich und persönlich geheiligt durch die Kraft des Todes und der Auferstehung Christi, durch sein Wort und seinen Geist, der in ihnen wohnt. Dabei wird die Herrschaft der Sünde gebrochen und die verschiedenen Begierden mehr und mehr geschwächt und getötet. So werden sie mehr und mehr erweckt und gestärkt durch all jene Gnadengaben, die zum Heil führen, damit sie wahre Heiligkeit ausleben, ohne die kein Mensch den Herrn sehen wird.

Diese Heiligung erstreckt sich auf den ganzen Menschen, doch ist sie in diesem Leben unvollkommen; denn es verbleiben in allen Bereichen noch einige Reste an Verderbnis. Daraus entspringt ein fortwährender und unversöhnlicher Kampf, da das Fleisch gegen den Geist aufbegehrt und der Geist gegen das Fleisch.

Obwohl in diesem Kampf die verbliebene Verderbnis eine Zeitlang auch vorherrschen mag, so gewinnt doch der wiedergeborene Teil durch die unaufhörliche Kraftzufuhr von dem heiligmachenden Geist Christi die Oberhand; und so wachsen die Heiligen in der Gnade, indem sie ihre Heiligkeit in der Furcht Gottes vervollkommnen.

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Die Lehrregel von Dordrecht – 21.Woche

24. Mai 2019

Verwerfung der Irrtümer

Nach Darlegung der rechtgläubigen Lehre von der Erwählung und Verwerfung verwirft die Synode die Irrtümer derer:

1.

Die lehren: “Gott der Vater habe seinen Sohn zum Tode des Kreuzes verordnet ohne einen gewissen und bestimmten Ratschluß, irgend jemanden sicherlich selig zu machen, so daß die Notwendigkeit, der Nutzen und der Wert dessen, was Christus durch seinen Tod erworben hat, auch hätten bestehen und in jeder Beziehung vollendet, vollkommen und unversehrt bleiben können, wenn die erworbene Erlösung keinem einzigen Menschen je in Wirklichkeit zuteil worden wäre.” Denn diese Lehre verschmäht die Weisheit des Vaters und die Verdienste Jesu Christi und widerstreitet der Heiligen Schrift. Denn so spricht unser Heiland: Ich lasse mein Leben für die Schafe, und ich kenne sie (Joh. 10,15.27). Und der Prophet Jesaja sagt von dem Heiland: Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand fortgehen (Jes. 53,10). Schließlich stößt sie den Glaubensartikel um, nach dem wir glauben: eine allgemeine christliche Kirche.

2.

Die lehren: “Der Zweck des Todes Christi sei nicht gewesen, tatsächlich den neuen Bund der Gnade mit seinem Blut zu besiegeln, sondern nur, daß er dem Vater das Recht erwürbe, mit den Menschen wieder einen Bund nach seinem Belieben, sei es der Gnade oder der Werke, eingehen zu können.” Denn dies widerstreitet der Schrift, die lehrt, daß Christus Bürge und Mittler eines besseren, das heißt des neuen Bundes geworden ist, und daß ein Testament erst in Kraft tritt mit dem Tod (Hebr. 7,22 und 9,15.17).


Der große Westminster Katechismus – 21.Woche

23. Mai 2019

91. Frage: Welches ist die Pflicht, die Gott vom Menschen fordert?
Antwort: Die Pflicht, die Gott vom Menschen fordert, ist der Gehorsam gegen seinen offenbarten Willen.

92. Frage: Was hat Gott zuerst dem Menschen als Regel für seinen Gehorsam offenbart?
Antwort: Die Regel für den Gehorsam, die Adam im Stande der Unschuld und dem ganzen Menschengeschlecht in ihm offenbart wurde, war (abgesehen von einem besondern Gebot, nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen) das Moralgesetz.

93. Frage: Was ist das Moralgesetz?
Antwort: Das Moralgesetz ist die Erklärung des Willens Gottes an das Menschengeschlecht, welche jeden einzelnen anweist und verbindet zu persönlichem, vollkommenem und immer währendem Gehorsam in Übereinstimmung mit demselben in der Haltung und Verfassung des ganzen Menschen an Seele und Leib und in der Erfüllung aller derjenigen Pflichten der Heiligkeit und Gerechtigkeit, die er Gott und Menschen schuldig ist, mit der Verheißung des Lebens an die, welche es erfüllen, und mit der Drohung des Todes an die, welche es übertreten.

94. Frage: Hat das Moralgesetz für den Menschen seit dem Fall irgendwelchen Nutzen?
Antwort: Obwohl niemand nach dem Fall durch das Moralgesetz zur Gerechtigkeit und zum Leben gelangen kann, so hat es doch einen großen Nutzen, sowohl einen gemeinsamen für alle Menschen, als auch einen besonderen je nachdem für die Unwiedergeborenen oder die Wiedergeborenen.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 21.Woche

22. Mai 2019

Artikel 30 – Von der Leitung der Kirche

Wir glauben, daß diese wahre Kirche regiert und gelenkt werden muß durch jene geistige Verwaltung, die uns Gott selbst in seinem Worte gelehrt hat, nämlich daß in ihr Hirten und Diener sind, welche rein predigen und die Sakramente verwalten. Es sollen auch Älteste und Diakonen sein, welche das Presbyterium oder den Kirchensenat bilden, damit gleichsam durch diese Mittel die wahre Religion erhalten und die wahre Lehre zum Teil vorbereitet und erhalten werden kann, die den Lastern ergebenen Leute geistlich getadelt und gebessert und gleichsam durch den Zaum der Zucht gezügelt werden und die Armen und Bedrängten mit Hilfe und Trost nach eines jeden Bedürfnis unterstützt werden können. Denn dann wird alles gehörig und ordentlich in der Kirche zugehn, wenn gläubige und fromme Männer zu ihrer Leitung erwählt werden, nach der Vorschrift des heiligen Paulus, die sich findet 1. Tim. 3 und Tit. 1.

Artikel 31 – Von der Berufung der Kirchendiener

Wir glauben, daß die Diener, Ältesten und Diakonen zu diesen ihren Ämtern berufen und befördert werden müssen durch gesetzmäßige Berufung der Kirche bei ernster Anrufung Gottes und durch Abstimmung der Kirche und daß sie nachher in ihren Ämtern durch Handauflegen bestätigt werden, in der Art und Weise, welche uns im Worte Gottes vorgeschrieben wird. Es muß sich jedoch jeder sorgfältig hüten, sich nicht durch unerlaubte Mittel zu diesen Ämtern zu drängen. Denn alle müssen erwarten, bis sie von Gott selbst berufen werden, damit sie ein sicheres Zeugnis ihrer Berufung haben und wissen, daß sie von Gott sei. Übrigens haben alle Diener des Wortes Gottes, an welchem Ort sie sein mögen, alle dieselbe Macht und gleiches Ansehen, da sie alle gleich Diener Christi, des einen allgemeinen Bischofs und Hauptes der Kirche, sind. Und somit hat keine Kirche irgend Macht oder Herrschaft über eine andere, über sie zu herrschen. Ferner müssen alle, damit diese heilige Anordnung Gottes nicht verletzt wird oder in Verachtung kommt, die Diener des Wortes und die Ältesten der Kirche hochschätzen wegen des Werkes, dem sie sich widmen, und mit ihnen Frieden halten und sich von Zank und Streitigkeiten soviel als möglich fernhalten.

Artikel 32 – Von der Macht der Kirche, Kirchengesetze zu geben und die Zucht zu handhaben

Indessen glauben wir, obgleich es zwar nützlich ist, daß die Führer, welche den Kirchen vorstehen, eine Ordnung unter sich festsetzen zur Erhaltung des Körpers der Kirche, daß sie sich doch sorgfältig hüten müssen, auf keine Weise von dem abzuweichen oder sich zu entfernen, was Christus selbst, unser einziger Lehrer, einmal festgesetzt hat. Deshalb verwerfen wir alle menschlichen Erfindungen und alle Gesetze, welche zur Verehrung Gottes eingeführt sind, daß durch sie die Gewissen auf irgendeine Weise gefesselt oder gebunden werden. Wir nehmen daher diejenigen allein an, welche geeignet sind, die Eintracht zu pflegen und zu nähren oder uns im Gehorsam gegen Gott zu erhalten. Dazu ist aber besonders notwendig die Exkommunikation, die nach der Vorschrift des Wortes Gottes geschieht, und andere mit dieser Kirchenzucht in Verbindung stehende Anhänge.


Der kürzere Westminster Katechismus – 21.Woche

21. Mai 2019

32. Welche Wohltaten erfahren diejenigen, die wirksam berufen sind, in diesem Leben?
Diejenigen, die wirksam berufen sind, haben in diesem Leben Anteil an der Rechtfertigung, Sohnschaft, Heiligung und an mehreren Wohltaten, die diese entweder begleiten oder aus ihnen fliessen90.

90) Rö 8,30; 1Kor 1,30; 6,11; Eph 1,5