Der kürzere Westminster Katechismus – 30.Woche

27. Juli 2021

45. Wie lautet das erste Gebot?
Das erste Gebot heisst: Du sollst keine anderen Götter vor mir haben119.

46. Was wird gefordert im ersten Gebot?
Das erste Gebot fordert von uns, Gott als den allein wahren und als unseren Gott zu erkennen und anzuerkennen, ihn anzubeten und ihn zu verherrlichen120.

47. Was ist verboten im ersten Gebot?
Das erste Gebot verbietet das Verleugnen121, das nicht Anbeten oder das nicht Verherrlichen des wahren Gottes als Gott122 und als unseren Gott123; und die Anbetung und Ehrerbietung einem anderen zu geben, die IHM allein gehört124.

48. Was werden wir speziell in den Worten ‘vor mir’ gelehrt?
Die Worte ‘vor mir’ im ersten Gebot lehren uns, dass Gott, der alle Dinge sieht, bemerkt und sehr verärgert ist über die Sünde, einen anderen Gott zu haben125.

119) Ex 20,3; Deut 5,7
120) 1Chron 28,9; Jes 45,20-25; Mt 4,10
121) Ps 14,1
122) Rö 1,20-21
123) Ps 81,10-11
124) Hes 8,16-18; Rö 1,25
125) Deut 30,17-18; Ps 44,20-21; Hes 8,12


Kinderkatechismus – 30.Woche

26. Juli 2021

Frage 91: Wie lautet das fünfte Gebot?
Antwort: Das fünfte Gebot lautet: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

Frage 92: Was lehrt uns das fünfte Gebot?
Antwort: Dass wir unsere Eltern und Lehrer lieben und ihnen gehorchen sollen.


Heidelberger Katechismus – 30.Sonntag

25. Juli 2021

80. Frage: Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?
Antwort: Das Abendmahl bezeuget uns, daß wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat[1], und daß wir durch den Heiligen Geist Christo werden eingeleibt[2], der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist[3]und daselbst will angebetet werden[4]. Die Messe aber lehret, daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde. Und daß Christus leiblich unter der Gestalt Brots und Weins sei und derhalben darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grund nichts anders denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi[5]und eine vermaledeite Abgötterei.

1) Hebr. 7, 27; 9, 12. 25–28; 10, 10. 12–14; Joh. 19, 30; Matth. 26, 28; Luk. 22, 19. 20
2) 1. Kor. 6, 17; 10, 16
3) Hebr. 1, 3; 8, 1. 2
4) Joh. 4, 21–24; 20, 17; Luk. 24, 52; Apg. 7, 55. 56; Kol. 3, 1; Phil. 3, 20. 21; 1. Thess. 1, 10
5) Hebr. 9, 6–10; 10, 19–31

81. Frage: Welche sollen zu dem Tisch des Herren kommen?
Antwort: Die sich selbst um ihrer Sünde willen mißfallen und doch vertrauen, daß dieselbige ihnen verziehen und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr, ihren Glauben zu stärken und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht.[6]

6) 1. Kor. 10, 21; 11, 28. 29

82. Frage: Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?
Antwort: Nein, denn es wird also der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde gereizet.[7] Derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel solche bis zur Besserung ihres Lebens durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.

7) 1. Kor. 11, 20. 34; Jes. 1, 11–15; 66, 3; Jer. 7, 21–23; Ps. 50, 16


Westminster Bekenntnis – 30.Woche

24. Juli 2021

Artikel 19 – Von dem Gesetz Gottes

Gott hat Adam ein Gesetz gegeben als einen Bund der Werke, durch den er ihn und seine gesamte Nachkommenschaft zum persönlichen, umfassenden, genauen und stetigen Gehorsam verpflichtet, Leben für seine Erfüllung verheißen und Tod bei seinem Bruch angedroht und ihn mit der Kraft und Fähigkeit ausgestattet hat, es zu halten.

Dieses Gesetz blieb nach Adams Fall weiterhin als ein vollkommener Maßstab der Gerechtigkeit erhalten und wurde als solcher von Gott auf dem Berge Sinai in den zehn Geboten übergeben und auf zwei Tafeln aufgeschrieben; die ersten vier Gebote enthalten unsere Pflichten gegenüber Gott, die anderen sechs unsere Pflichten gegenüber den Menschen.


Die Lehrregel von Dordrecht – 30.Woche

23. Juli 2021

Artikel 13

Die Art und Weise dieser Wirkung können die Gläubigen in diesem Leben nicht völlig begreifen; unterdes finden sie Ruhe darin, daß sie wissen und fühlen, durch diese Gnade Gottes von Herzen zu glauben und ihren Heiland zu lieben.

Artikel 14

So ist denn der Glaube eine Gabe Gottes, nicht weil er dem freien Willen des Menschen von Gott angeboten wird, sondern weil er dem Menschen wirklich geschenkt, eingegeben und eingeflößt wird; auch nicht deshalb, weil Gott nur die Fähigkeit zum Glauben erteilte und danach die Zustimmung oder das wirkliche Glauben von dem freien Willen des Menschen erwartete, sondern weil er, der das Wollen und das Vollbringen, ja, alles in allen, wirkt, in dem Menschen beides zustande bringt, den Willen, um zu glauben, und den Glauben selbst.