Der große Westminster Katechismus – 9.Woche

27. Februar 2020

37. Frage: Wie ist Christus, obwohl er der Sohn Gottes war, Mensch geworden?
Antwort: Christus, der Sohn Gottes, ist Mensch geworden, indem er einen wahren Leib und eine vernünftige Seele annahm, empfangen durch die Kraft des heiligen Geistes im Leibe der Jungfrau Maria aus ihrem Wesen, und von ihr geboren, doch ohne Sünde.

38. Frage: Warum war es erforderlich, dass der Mittler Gott war?
Antwort: Es war erforderlich, dass der Mittler Gott war, damit er die menschliche Natur vor dem Unterliegen unter dem unendlichen Zorn Gottes und der Gewalt des Todes bewahrte und erhielte, seinen Leiden, seinem Gehorsam und seiner Vertretung Wert und Wirksamkeit gäbe und so der Gerechtigkeit Gottes Genugtuung leistete, seine Gunst gewänne, ein Volk zum Eigentum erwürbe, ihnen seinen Geist gäbe, alle ihre Feinde besiegte und sie zur ewigen Seligkeit führte.

39. Frage: Warum war es erforderlich, dass der Mittler Mensch war?
Antwort: Es war erforderlich, dass der Mittler Mensch war, damit er unsere Natur erhöhte, dem Gesetz Gehorsam leistete, für uns in unserer Natur leiden und eintreten könnte, mit unsern Schwachheiten Mitleid hätte, dass wir die Kindschaft empfingen und Trost und Zutritt hätten zu dem Gnadenstuhl mit Freudigkeit.

40. Frage: Warum war es erforderlich, dass der Mittler Gott und Mensch in einer Person war?
Antwort: Es war erforderlich, dass der Mittler, der Gott und Mensch versöhnen sollte, selbst sowohl Gott als Mensch war, und zwar in einer einzigen Person, damit die einer jeden Natur eigenen Werke von Gott für uns angenommen würden und wir uns darauf als auf die Werke der ganzen Person stützen könnten.

41. Frage: Warum wurde unser Mittler Jesus genannt?
Antwort: Unser Mittler wurde Jesus genannt, weil er sein Volk selig macht von ihren Sünden.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 9.Woche

26. Februar 2020

Artikel 14 – Von des Menschen Schöpfung, Fall und Verderbnis

Wir glauben, daß Gott den Menschen aus dem Kote der Erde nach seinem Bilde geschaffen hat, gut, gerecht und heilig und in allem durchaus vollkommen und fähig, nach seinem eignen Belieben seinen Willen nach dem Willen Gottes einzurichten und mit ihm übereinstimmend zu machen. Gott hat ihn geschaffen aus zwei Teilen bestehend, aus Körper und Seele, der Körper war aus der Erde gemacht, Atem und Leben aber hauchte ihm Gott ein, so daß der Mensch von solcher Vorzüglichkeit ist, daß der menschliche Geist dem nicht gewachsen ist, sie auszudrücken. Denn daß er so gewesen sei, daß ihm nichts mehr fehle, als daß er nicht Gott war, bezeugt David: »Mit Ehre und Zierde hast du ihn bekrönt.« Als er aber in der Ehre war, wußte er es nicht und erkannte seine Herrlichkeit nicht – er war dem Viehe ähnlich geworden -, sondern gab sich mit Wissen und Wollen der Sünde und infolgedessen dem Tode und der Verdammnis hin, als er, den Worten und Täuschungen des Teufels sein Ohr leihend, das Gebot des Lebens überschritt, das er von Gott empfangen hatte, und entfernte und entfremdete sich von Gott (seinem wahren Leben) durch die Sünde und verdarb seine ganze Natur und machte sie sündhaft. Dadurch machte er sich sowohl des leiblichen als des geistigen Todes schuldig, wurde gottlos und verkehrt und in allen seinen Wegen und Bestrebungen verdorben und verlor alle seine herrlichen Gaben, die er von Gott empfangen hatte, so daß ihm nur ganz kleine Funken derselben und Spuren geblieben sind, welche hinreichen, den Menschen alle Entschuldigung zu nehmen, aber keineswegs, um uns gut und Gott wohlgefällig zu machen, da alles Licht in uns in dunkle Finsternis verwandelt ist, wie die Schrift selbst lehrt, indem sie sagt: »Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.« Denn hier nennet Johannes die Menschen deutlich Finsternis. Und im Psalm wird gesagt: »Bei dir, HERR, ist der lebendige Brunnen; in deinem Lichte sehen wir das Licht.« Deshalb verwerfen wir mit Recht alles, was man hiergegen vom freien Willen des Menschen lehrt, da der Mensch ein Knecht der Sünde ist und nichts Gutes aus sich kann, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. Denn wer möchte wagen, sich zu rühmen, daß er alles, was er wolle, leisten könne, da Christus selbst sagt: »Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, daß ihn der Vater ziehe, der mich gesandt hat«? Der heilige Paulus bezeugt, daß der natürliche Mensch so sei, wie ihn Adam in seinem Falle gemacht hat. Wer wollte sich mit seinem Willen brüsten, der einsieht, daß der Sinn des Fleisches eine Feindschaft ist wider Gott? Wer wollte sich seiner Einsicht rühmen, der weiß, daß der Mensch, der durch seine natürliche Seele allein geleitet wird, nicht fasset die Geheimnisse des Geistes Gottes? Überhaupt, wer wollte irgendeinen seiner Gedanken vorbringen, der weiß, daß wir nicht fähig sind, aus uns selbst irgend etwas zu denken, sondern daß alles das, wozu wir fähig sind, aus Gott ist? Denken ist noch weniger als tun. Gewiß und fest muß daher bleiben, was der Apostel gesagt hat: »Denn Gott ist es, der in euch wirket, beide das Wollen und das Tun, nach seinem Wohlgefallen.« Denn keine Einsicht und kein Wille ist mit dem Sinne und Willen Gottes übereinstimmend, den nicht Christus im Menschen gewirkt hat, was er uns selbst lehrt, indem er sagt: »Ohne mich könnt ihr nichts tun.« Christus sagt auch dies: »Ein jeder, der Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.« Wo ist daher sein freier Wille?


Der kürzere Westminster Katechismus – 8.Woche

25. Februar 2020

14. Was ist Sünde?
Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung desselben38.

38) Lev 5,17; Jak 4,17; 1Joh 3,4


Kinderkatechismus – 8.Woche

24. Februar 2020

Frage 28: Was ist Sünde?
Antwort: Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung davon.

Frage 29: Was ist ein “Mangel an Übereinstimmung”?
Antwort: Nicht zu sein oder zu tun was Gott fordert.

Frage 30: Was ist eine Übertretung?
Antwort: Das zu tun, was Gott verbietet.


Heidelberger Katechismus – 8.Sonntag

23. Februar 2020

24. Frage: Wie werden diese Artikel abgeteilt?

Antwort: In drei Teile: Der erste ist von Gott dem Vater und unserer Erschaffung. Der andere von Gott dem Sohn und unserer Erlösung. Der dritte von Gott dem Heiligen Geist und unserer Heiligung.

25. Frage: Dieweil nur ein einiges göttliches Wesen ist[1], warum nennest du drei: den Vater, Sohn und Heiligen Geist?

Antwort: Darum, daß sich Gott also in seinem Wort geoffenbaret hat[2], daß diese drei unterschiedlichen Personen der einige, wahrhaftige, ewige Gott sind.

1) 5. Mos. 6, 4

2) Jes. 61, 1; Ps. 110, 1; Matth. 3, 16. 17; 28, 19; 1. Joh. 5, 7