Der große Westminster Katechismus – 18.Woche

1. Mai 2010

77. Frage: Worin unterscheiden sich Rechtfertigung und Heiligung?
Antwort: Wenn auch die Heiligung unzertrennlich mit der Rechtfertigung verbunden ist, so unterscheiden sie sich doch darin, dass Gott in der Rechtfertigung die Gerechtigkeit Christi anrechnet, in der Heiligung sein Geist Gnade eingießt und zu ihrer Ausübung Kraft verleiht; in jener wird die Sünde verziehen, in dieser wird sie unterworfen; die eine macht alle Gläubigen gleichmäßig frei vom vergeltenden Zorne Gottes, und zwar vollkommen in diesem Leben, so dass sie niemals in Verdammnis fallen, die andere ist weder in allen gleich, noch während dieses Lebens in irgend jemandem vollkommen, sondern wächst zur Vollkommenheit.

78. Frage: Woher rührt die Unvollkommenheit der Heiligung in den Gläubigen?
Antwort: Die Unvollkommenheit der Heiligung in den Gläubigen rührt her von den Überresten der Sünde, die bei ihnen in allen Teilen zurückbleiben, und von den fortdauernden Gelüsten des Fleisches wider den Geist, wodurch sie oft von Versuchungen überwunden werden und in viele Sünden fallen, in allem ihren geistlichen Dienst gehindert werden und auch ihre besten Werke vor dem Angesichte Gottes unvollkommen und befleckt sind.

79. Frage: Können nicht wahrhaft Gläubige infolge ihrer Unvollkommenheiten und der vielen Versuchungen und Sünden, von denen sie überwältigt werden, aus dem Stande der Gnade fallen?
Antwort: Wahrhaft Gläubige können auf Grund der unwandelbaren Liebe Gottes und seines Ratschlusses und Bundes,laut dessen er ihnen das Beharren verleiht, ihrer untrennbaren Vereinigung mit Christo, seines unaufhörlichen Eintretens für sie und des Geistes und Samens Gottes, die in ihnen bleiben, weder gänzlich noch endgültig aus dem Stande der Gnade fallen, sondern werden von der Kraft Gottes bewahrt durch den Glauben zur Seligkeit.

80. Frage: Können wahrhaft Gläubige untrüglich versichert sein, dass sie im Stande der Gnade sind, und dass sie darin beharren werden zur Seligkeit?
Antwort: Solche, die wahrhaft an Christum glauben und sich bemühen, in allem guten Gewissen vor ihm zu wandeln,können, ohne außergewöhnliche Offenbarung, durch den Glauben, der sich auf Gottes Verheißungen gründet, und durch den Geist, der sie befähigt, in ihnen selbst die Gnadengaben zu unterscheiden, denen die Verheißungen des Lebens gelten, und der ihrem Geist Zeugnis gibt, dass sie Gottes Kinder sind, untrüglich versichert sein, dass sie im Stande der Gnade sind und darin beharren werden zur Seligkeit.

81. Frage: Sind alle wahrhaft Gläubigen zu allen Zeiten dessen versichert, dass sie gegenwärtig im Stande der Gnade sind und dass sie dereinst selig werden?
Antwort: Da die sichere Gewissheit der Gnade und Seligkeit nicht zum Wesen des Glaubens gehört, so können wahrhaft Gläubige lange warten, bevor sie sie erlangen, und sie kann auch, nachdem sie sie gewonnen haben, in ihnen durch mannigfache Störungen, Sünden, Versuchungen und Rückfälle geschwächt und unterbrochen werden, jedoch werden sie niemals ohne eine solche Gegenwart und Unterstützung des Geistes Gottes gelassen, die sie davor bewahrt, dass sie in äußerste Verzweiflung fallen.

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