Die Lehrregel von Dordrecht – 23.Woche

7. Juni 2010

Verwerfung der Irrtümer

Nach Darlegung der rechtgläubigen Lehre von der Erwählung und Verwerfung verwirft die Synode die Irrtümer derer:

5.

Die lehren: „Alle Menschen seien in den Stand der Versöhnung und die Gnade des Bundes aufgenommen, so daß niemand wegen der Erbsünde der Verdammnis schuldig sei oder verdammt werde, sondern alle seien von der Schuld dieser Sünde frei.“ Denn diese Meinung widerstreitet der Schrift, die sagt, daß wir von Natur Kinder des Zorns sind (Eph. 2,3).

6.

Die den Unterschied zwischen Erwerbung und Zueignung dazu gebrauchen, den Unvorsichtigen und Unerfahrenen die Meinung einzuflößen: „Gott wolle, soviel an ihm liege, allen Menschen gleichmäßig die Wohltaten, die durch den Tod Christi erlangt werden, zuteilen. Daß aber einige der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens teilhaftig werden, andere nicht, dieser Unterschied sei von ihrem freien Willen abhängig, der sich selbst bei der ohne Unterschied angebotenen Gnade fügt, nicht aber von der besonderen Gabe der Barmherzigkeit, die kräftig in ihnen wirkt, damit sie sich vor anderen diese zueigneten.“ Denn diese, die so tun, als ob sie diesen Unterschied in guter Absicht vortrügen, trachten danach, dem Volk das verderbliche Gift des Pelagianismus einzuflößen.

7.

Die lehren: „Christus habe für die, die Gott aufs höchste liebt und zum ewigen Leben erwählt hat, nicht sterben können oder brauchen, und er sei auch nicht gestorben, weil solche den Tod Christi nicht nötig hätten.“ – Denn sie widersprechen dem Apostel, der sagt: Christus hat mich geliebt und sich selbst für mich dargegeben (Gal. 2,20). Ebenso: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist (Röm. 8,33.34), nämlich für sie; und sie widersprechen dem Heiland, der sagt: Ich lasse mein Leben für die Schafe (Joh. 10,15), und: Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde (Joh. 15,12.13).

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