Die Lehrregel von Dordrecht – 27.Woche

5. Juli 2010

Artikel 6

Was daher weder das Licht der Natur noch das Gesetz vermag, das tut Gott durch die Kraft des Heiligen Geistes und durch das Wort oder das Amt der Versöhnung, nämlich das Evangelium des Messias, durch das es Gott gefiel, die gläubigen Menschen sowohl im Alten als auch im Neuen Testament selig zu machen.

Artikel 7

Dies Geheimnis seines Willens hat Gott im Alten Testament wenigen bekannt gemacht, im Neuen Testament dagegen (nachdem der Unterschied der Völker nun aufgehoben ist) hat er es mehreren offenbart. Die Ursache dieser verschiedenen Erteilung ist nicht in der Würdigkeit des einen Volkes vor dem andern zu suchen oder darin, daß ein Volk das Licht der Natur besser gebraucht als ein anderes, sondern in dem völlig freien Wohlgefallen und der unverdienten Liebe Gottes. Darum müssen auch diejenigen, denen ohne, ja gegen alles Verdienst eine so große Gnade zuteil wird, diese mit demütigem und dankbarem Herzen anerkennen, bei den andern aber, denen diese Gnade nicht zuteil wird, müssen sie die Strenge und Gerechtigkeit der Gerichte Gottes mit dem Apostel anbeten und die keineswegs neugierig erforschen.

Artikel 8

So viele aber durch das Evangelium berufen werden, die werden ernstlich berufen. Denn ernstlich und wahrhaftig zeigt Gott in seinem Wort, was ihm angenehm ist, nämlich, daß die Berufenen zu ihm kommen. Ernsthaft verspricht er auch allen, die zu ihm kommen und glauben, Ruhe der Seelen und ewiges Leben.

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