Heidelberger Katechismus – 30.Sonntag

27. Juli 2010

80. Frage: Was ist für ein Unterschied zwischen dem Abendmahl des Herrn und der päpstlichen Messe?
Antwort: Das Abendmahl bezeuget uns, daß wir vollkommene Vergebung aller unserer Sünden haben durch das einige Opfer Jesu Christi, so er selbst einmal am Kreuz vollbracht hat[1], und daß wir durch den Heiligen Geist Christo werden eingeleibt[2], der jetzt mit seinem wahren Leib im Himmel zur Rechten des Vaters ist[3]und daselbst will angebetet werden[4]. Die Messe aber lehret, daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde. Und daß Christus leiblich unter der Gestalt Brots und Weins sei und derhalben darin soll angebetet werden. Und ist also die Messe im Grund nichts anders denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi[5]und eine vermaledeite Abgötterei.

1) Hebr. 7, 27; 9, 12. 25–28; 10, 10. 12–14; Joh. 19, 30; Matth. 26, 28; Luk. 22, 19. 20
2) 1. Kor. 6, 17; 10, 16
3) Hebr. 1, 3; 8, 1. 2
4) Joh. 4, 21–24; 20, 17; Luk. 24, 52; Apg. 7, 55. 56; Kol. 3, 1; Phil. 3, 20. 21; 1. Thess. 1, 10
5) Hebr. 9, 6–10; 10, 19–31

81. Frage: Welche sollen zu dem Tisch des Herren kommen?
Antwort: Die sich selbst um ihrer Sünde willen mißfallen und doch vertrauen, daß dieselbige ihnen verziehen und die übrige Schwachheit mit dem Leiden und Sterben Christi bedeckt sei, begehren auch je mehr und mehr, ihren Glauben zu stärken und ihr Leben zu bessern. Die Unbußfertigen aber und Heuchler essen und trinken sich selbst das Gericht.[6]

6) 1. Kor. 10, 21; 11, 28. 29

82. Frage: Sollen aber zu diesem Abendmahl auch zugelassen werden, die sich mit ihrem Bekenntnis und Leben als Ungläubige und Gottlose erzeigen?
Antwort: Nein, denn es wird also der Bund Gottes geschmäht und sein Zorn über die ganze Gemeinde gereizet.[7] Derhalben die christliche Kirche schuldig ist, nach der Ordnung Christi und seiner Apostel solche bis zur Besserung ihres Lebens durch das Amt der Schlüssel auszuschließen.

7) 1. Kor. 11, 20. 34; Jes. 1, 11–15; 66, 3; Jer. 7, 21–23; Ps. 50, 16

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