Der große Westminster Katechismus – 31.Woche

31. Juli 2010

127. Frage: Welches ist die Ehre, welche die Untergebenen ihren Vorgesetzten schuldig sind?
Antwort: Die Ehre, welche die Untergebenen ihren Vorgesetzten schuldig sind, ist: alle gebührende Ehrerbietung im Herzen, Wort und Benehmen, Gebet und Danksagung für sie, Nachahmung ihrer Tugenden und Gnadengaben, williger Gehorsam gegen ihre rechtmässigen Gebote und Ratschlüsse, schuldige Unterwerfung unter ihre Züchtigungen, Treue, Verteidigung und Erhaltung ihrer Personen und ihrer Autorität gemäss ihren verschiedenen Rangstufen und der Natur ihrer Stellungen, das Tragen und Zudecken ihrer Schwächen in Liebe, damit sie auf diese Weise ihnen und ihrem Regiment zur Ehre gereichen.

128. Frage: Welches sind die Sünden der Untergebenen gegen ihre Vorgesetzten?
Antwort: Die Sünden der Untergebenen gegen ihre Vorgesetzten sind: alle Vernachlässigung der Pflichten, die ihnen gegenüber gefordert werden, Neid, Verachtung und Aufruhr gegen ihre Personen und Stellungen, bei ihren rechtmässigen Ratschlüssen, Geboten und Züchtigungen, Verfluchung, Verspottung und alles derartige widerspenstige und anstössige Betragen, was ihnen und ihrem Regiment zur Schande und Unehre gereicht.

129. Frage: Was wird von den Vorgesetzten gegenüber ihren Untergebenen gefordert?
Antwort: Von den Vorgesetzten wird gefordert, dass sie gemäss der Vollmacht, die sie von Gott empfangen, und der Beziehung, in der sie stehen, ihre Untergebenen lieben, für sie beten und sie segnen, sie unterweisen, beraten und ermahnen, solche, die sich gut führen, anspornen, loben und belohnen, und solche, die sich schlecht führen, abweisen, tadeln und züchtigen, sie schützen und ihnen alles das verschaffen, was sie für Seele und Leib nötig haben, und durch würdiges, weises, heiliges und vorbildliches Betragen Gott verherrlichen und sich selbst Ehre erwerben, und so die Autorität, die Gott auf sie gelegt hat, bewahren.

130. Frage: Welches sind die Sünden der Vorgesetzten?
Antwort: Die Sünden der Vorgesetzten sind, abgesehen von der Vernachlässigung der Pflichten, die von ihnen gefordert werden, dass sie wider alle Ordnung sich selbst, ihren eignen Ruhm, Müssiggang, Gewinn oder Vergnügen suchen, unrechtmässige Dinge oder solche gebieten, deren Ausführung nicht in der Macht ihrer Untergebenen steht, sie zum Schlechten beraten, ermutigen oder begünstigen, ihnen vom Guten abraten, sie davon entmutigen und abschrecken, sie ungebührlich züchtigen, sie sorglos dem Unrecht, der Versuchung und Gefahr aussetzen oder überlassen, sie zum Zorn reizen, oder in irgend einer Weise sich selbst entehren oder ihre Autorität verringern durch ungerechtes, unvorsichtiges, hartes oder nachlässiges Benehmen.

131. Frage: Welches sind die Pflichten der Gleichgestellten?
Antwort: Die Pflichten der Gleichgestellten sind, dass sie gegenseitig die Würde und den Wert des ändern achten, indem einer dem ändern in Ehrerbietung zuvorkommt, und dass sie sich einer an des ändern Gaben und Fortkommen erfreuen, als ob es die eigenen wären.

132. Frage: Welches sind die Sünden der Gleichgestellten?
Antwort: Die Sünden der Gleichgestellten sind, abgesehen von der Vernachlässigung der geforderten Pflichten, dass sie einer des ändern Wert gering schätzen, ihn um seine Gaben beneiden, sich an seinem Fortkommen oder Wohlergehen ärgern und sich einen Vorrang vor einander anmassen.

133. Frage: Welches ist der Grund, der dem fünften Gebot beigefügt ist, um es noch mehr zu bekräftigen?
Antwort: Der Grund, der dem fünften Gebot beigefügt ist in den Worten: auf dass du lange lebest Im Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt, ist eine ausdrückliche Verheissung von langem Leben und Wohlergehen, sofern es zu Gottes Ehre und ihnen selbst zum Besten dient, an alle, die dieses Gebot halten.

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