Die Lehrregel von Dordrecht – 32.Woche

9. August 2010

Artikel 17

Wie auch die allmächtige Wirkung Gottes, durch die er unser natürliches Leben hervorbringt und erhält, den Gebrauch der Mittel, durch die Gott nach seiner unendlichen Weisheit und Güte seine Kraft ausüben wollte, nicht ausschließt, sondern erfordert, so schließt auch die genannte übernatürliche Wirkung Gottes, durch die er uns neu gebiert, keineswegs den Gebrauch des Evangeliums, das der weise Gott zu einem Samen der Wiedergeburt und einer Speise der Seele verordnet hat, aus oder stößt ihn um. Darum also, wie die Apostel und Lehrer, die ihnen nachgefolgt sind, das Volk auf gottselige Weise zu seiner Ehre und zur Unterdrückung alles menschlichen Hochmuts über diese Gnade Gottes unterrichtet und dabei nicht nachgelassen haben, es durch heilige Ermahnungen des Evangeliums unter der Bedienung des Wortes und der Sakramente und der Ausübung der kirchlichen Zucht zu halten, so muß es auch jetzt weit davon entfernt sein, daß diejenigen, die andere in der Gemeinde unterrichten oder unterrichtet werden, Gott damit zu versuchen wagten, daß sie trennten, was nach Gottes Wohlgefallen zusammen bleiben sollte. Denn durch die Ermahnungen wird die Gnade mitgeteilt, und je williger wir unser Amt ausüben, desto ehrlicher offenbart sich auch die Wohltat Gottes, der in uns wirkt, und sein Werk geht dann am besten weiter. Ihm allein gebührt sowohl für die Mittel als auch für deren seligmachende Frucht und Kraft alle Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

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