Der große Westminster Katechismus – 34.Woche

21. August 2010

140. Frage: Wie lautet das achte Gebot?

Antwort: Das achte Gebot lautet: Du sollst nicht stehlen.

141. Frage: Welches sind die Pflichten, die im achten Gebot gefordert werden?

Antwort: Die Pflichten, die im achten Gebot gefordert werden, sind: Wahrhaftigkeit, Treue und Gerechtigkeit in Verträgen und im Handel zwischen Mensch und Mensch, jedem das Seine geben, die Rückgabe von Gütern, welche ihren rechtmäßigen Eigentümern vorenthalten werden, das freiwillige Schenken und Leihen gemäß unserm Vermögen und dem Bedürfnis anderer, Mäßigung in unsern Urteilen, Wünschen und Neigungen in Hinsicht auf weltliche Güter, vorausschauende Sorge und Bemühung um die Erlangung, Erhaltung, Anwendung und Ordnung derjenigen Dinge, welche zur Erhaltung unseres natürlichen Lebens notwendig und geeignet und unserer Lage angemessen sind, ein rechtmäßiger Beruf und fleißige Arbeit in ihm, Genügsamkeit, Vermeidung von unnützen Rechtshändeln und Bürgschaften oder anderen derartigen Verbindlichkeiten und das Bemühen, mit allen gerechten und gesetzmäßigen Mitteln das Vermögen und den äußeren Stand bei ändern wie auch bei uns zu beschaffen, zu erhalten und zu fördern.

142. Frage: Welches sind die Sünden, die im achten Gebot verboten werden?

Antwort: Die Sünden, die im achten Gebot verboten werden, sind, abgesehen von der Vernachlässigung der geforderten Pflichten, Diebstahl, Raub, Menschenraub und das Annehmen einer gestohlenen Sache, Betrug, falsche Gewichte und Masse, Grenzsteinverrückung, Ungerechtigkeit und Untreue in Verträgen zwischen Mensch und Mensch oder bei anvertrauten Gütern, Nötigung, Erpressung, Wucher, Bestechung, ärgerliche Rechtshändel, ungerechte Teilung von Ländereien und Entvölkerung von Häusern, das Anhäufen von Waren, um den Preis zu steigern, unrechtmäßige Berufe und alle ändern unrechten oder sündhaften Wege, auf denen wir unserm Nächsten das, was ihm gehört, nehmen oder vorenthalten oder uns selbst bereichern, Habsucht, ungehörige Wert Schätzung und Vorliebe für weltliche Güter, misstrauische und zerstreuende Sorgen und Bemühungen um deren Erlangung, Erhaltung und Anwendung, Neid auf das Wohlergehen anderer, wie gleichermaßen Trägheit, Verschwendung, verwüstendes Spiel und alle anderen Wege, auf denen wir ungebührlich unserm eigenen äußeren Stande Schaden zufügen, und das Betrügen unser selbst um den rechten Gebrauch und das Glück des Standes, den Gott uns gegeben hat.

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