Der große Westminster Katechismus – 35.Woche

28. August 2010

143. Frage: Wie lautet das neunte Gebot?
Antwort: Das neunte Gebot lautet: Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

144. Frage: Welches sind die Pflichten, die im neunten Gebot gefordert werden?
Antwort: Die Pflichten, die im neunten Gebot gefordert werden, sind: die Erhaltung und Förderung der Wahrhaftigkeit zwischen Mensch und Mensch und des guten Namens unseres Nächsten wie unseres eigenen, das öffentliche Auftreten und Einstehen für die Wahrheit und das Reden der Wahrheit von Herzen, aufrichtig, frei, klar und vollständig, und zwar nur der Wahrheit, in Sachen von Recht und Gericht und in allen ändern Dingen, welche es immer seien, wohlwollende Wertschätzung unserer Nächsten, Liebe, Lust und Freude an ihrem guten Namen, Bedauern und Bedecken ihrer Schwachheiten, freie Anerkennung ihrer Gaben und Gnaden, Verteidigung ihrer Unschuld, bereitwillige Entgegennahme eines guten Gerüchts und unwillige Zurückweisung eines bösen Gerüchts über sie, Entkräftung von Angebern, Schmeichlern und Verleumdern, Liebe und Sorge für unsern eignen guten Namen und, wenn nötig, seine Verteidigung, das Halten von rechtmäßigen Versprechen, Erstreben und Betätigung alles dessen, was wahrhaftig, ehrbar, lieblich ist und was wohl lautet.

145. Frage: Welches sind die Sünden, die im neunten Gebot verboten werden?
Antwort: Die Sünden, die im neunten Gebot verboten werden, sind: alle Beeinträchtigung der Wahrheit und des guten Namens unseres Nächsten wie auch unseres eigenen, besonders im öffentlichen Gerichtsverfahren, nämlich dass wir falsches Zeugnis geben, falsche Zeugen anstiften, wissentlich für eine unrechte Sache vor Gericht auftreten und sprechen, der Wahrheit Trotz bieten und sie unterdrücken, ein ungerechtes Urteil fällen, das Böse gut und das Gute böse nennen, den Gottlosen nach den Werken der Gerechten und den Gerechten nach den Werken der Gottlosen vergelten, Urkunden fälschen, die Wahrheit. verheimlichen, in einer gerechten Sache ungebührlich schweigen, und uns ruhig verhalten, wenn die Ungerechtigkeit entweder eine Missbilligung von uns oder eine Beschwerde vor ändern fordert, die Wahrheit zur Unzeit oder böswillig in unrechter Absicht sagen oder sie zu einer unrechten Auslegung oder in zweifelhafte und zweideutige Ausdrücke zum Schaden der Wahrheit oder Gerechtigkeit verkehren, die Unwahrheit sagen, lügen, üble Nachrede führen, verleumden, herabsetzen, klatschen, Ohren-Bläserei treiben, spotten, schmähen, rasch, schroff und parteiisch aburteilen, Absichten, Worte und Handlungen missdeuten, schmeicheln, eitel und ruhmredig prahlen, zu hoch oder zu gering von uns selbst oder ändern denken oder reden, die Gaben und Gnaden Gottes verleugnen, kleinere Fehltritte übertreiben, Sünden verbergen, entschuldigen oder verkleinern, wenn wir zu freiem Bekenntnis aufgefordert sind, Schwächen unnötigerweise herausstellen, falsche Gerüchte aufbringen, böse Nachrede aufgreifen und begünstigen und unsere Ohren gegen gerechte Verteidigung verschließen, bösen Verdacht hegen, jemanden um seinen wohlverdienten guten Ruf beneiden oder darüber Verdruss empfinden und uns bemühen oder wünschen, ihn zu schmälern, uns über Schmach und Schande der ändern freuen, sie verächtlich gering schätzen, töricht bewundern, rechtmäßige Versprechungen brechen, solche Dinge, die zum guten Ruf gehören, vernachlässigen und solche Dinge, die einen bösen Namen machen, entweder selbst tun und nicht vermeiden oder nicht, so gut wir können, bei ändern verhindern.

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