Die Lehrregel von Dordrecht – 36.Woche

6. September 2010

Verwerfung der Irrtümer

Nach Darlegung der rechtgläubigen Lehre verwirft die Synode die Irrtümer derer:

6.

Die lehren: „In der wahren Bekehrung des Menschen könnten dem Willen keine neuen Eigenschaften, Kräfte oder Gaben von Gott eingeflößt werden, und deshalb sei der Glaube, durch den wir zuerst bekehrt werden und nach dem wir ‚Gläubige‘ genannt werden, nicht eine von Gott eingeflößte Eigenschaft oder Gabe, sondern nur eine Tat des Menschen; eine Gabe könne er nur genannt werden im Hinblick auf das Vermögen, zum Glauben zu kommen.“ Denn damit widersprechen sie der Heiligen Schrift, die bezeugt, daß Gott neue Eigenschaften des Glaubens, des Gehorsams und des Bewußtseins seiner Liebe in unsere Herzen ausgießt: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben (Jer. 31,33). Und: Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre; ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen (Jes. 44,3). Und: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist (Röm. 5,5). Es widerstreitet auch dem beharrlichen Brauch der Kirche, die bei dem Propheten also bittet: Bekehre du mich, so will ich mich bekehren (Jer. 31,18).

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