Der große Westminster Katechismus – 37.Woche

11. September 2010

149. Frage: Ist irgendein Mensch fähig, die Gebote Gottes vollkommen zu halten?
Antwort: Kein Mensch ist fähig, entweder aus sich selbst oder durch irgend eine Gnade, die er in diesem Leben empfangen hat, die Gebote Gottes vollkommen zu halten, sondern er übertritt sie täglich in Gedanken, Wort und Tat.

150. Frage: Sind alle Übertretungen des Gesetzes Gottes gleichermaßen hassenswert an sich und vor dem Angesichte Gottes?
Antwort: Nicht alle Übertretungen des Gesetzes Gottes sind gleichermaßen hassenswert, sondern einige Sünden sind an sich und auf Grund verschiedener erschwerender Umstände vor dem Angesichte Gottes hassenswerter als andere.

151. Frage: Welches sind die erschwerenden Umstände, die einige Sünden hassenswerter als andere machen?
Antwort: Zu den Sünden kommen erschwerende Umstände hinzu: 1. Von den Personen der Übertreter, wenn sie reiferes Alter, größere Erfahrung oder Gnade haben, durch Bekenntnis, Gaben, Stellung und Amt ausgezeichnet, Führer von anderen und solche sind, deren Vorbild von ändern vielleicht befolgt wird. 2. Von den durch die Übertretung Betroffenen, wenn sie sich unmittelbar gegen Gott richtet, gegen seine Eigenschaften und seine Verehrung, gegen Christum und seine Gnade, den heiligen Geist, sein Zeugnis und seine Wirkungen, gegen Vorgesetzte, gegen Männer in hervorragender Stellung .und gegen solche, mit denen wir besonders in Beziehung und Verpflichtung stehen, gegen irgend einen von den Heiligen, besonders gegen schwache Brüder, gegen ihre oder anderer Seelen und gegen das allgemeine Beste aller oder vieler. 3. Von der Natur und Beschaffenheit der Übertretung, wenn sie sich gegen den ausdrücklichen Buchstaben des Gesetzes richtet, viele Gebote verletzt, viele Sünden in sich enthält, wenn sie nicht allein im Herzen erwogen ist, sondern in Worten und Handlungen hervortritt, anderen Anstoß gibt und sich nicht wieder gut machen lässt, wenn sie gegen die Gnadenmittel, Erbarmungen, Gerichte, das Licht der Natur, die Gewissensüberzeugung, gegen öffentliche oder private Ermahnung, Zensuren der Kirche, bürgerliche Strafen und gegen unsere Gebete, Vorsätze, Versprechen, Gelübde, Bündnisse oder Verpflichtungen gegenüber Gott oder Menschen gerichtet ist, wenn sie überlegt, willentlich, vermessen, unverschämt, prahlerisch, boshaft, gehäuft, hartnäckig, mit Lust und Beharrlichkeit oder im Rückfall nach der Reue geschieht. 4. Von den zeitlichen und örtlichen Umständen, wenn sie am Tage des Herrn geschieht oder sonst zur Zeit des Gottesdienstes oder unmittelbar vor oder nach diesen oder ändern hilfreichen Veranstaltungen zur Verhütung und Abwehr solcher Verfehlungen, wenn sie in der Öffentlichkeit oder im Beisein anderer geschieht, die dadurch vielleicht angereizt oder verunreinigt werden können.

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