Westminster Bekenntnis – 38.Woche

19. September 2010

Ein Eid sollte geleistet werden im einfachen und allgemeinen Sinn der Worte, ohne Zweideutigkeit oder inneren Vorbehalt. Er kann nicht zur Sünde verpflichten; wird er aber geleistet, ohne auf irgendeine Weise an Sünde zu binden, so verpflichtet er den Menschen, ihn auch dann zu erfüllen, wenn er zum eigenen Nachteil führt. Er darf auch dann nicht verletzt werden, wenn er solchen geleistet worden ist, die den Glauben verfälschen oder verwerfen.

Ein Gelübde besitzt dieselbe Natur wie ein Zusageeid und sollte mit der gleichen gottesfürchtigen Sorgfalt geleistet und mit der gleichen Treue erfüllt werden.

Es darf nicht gegenüber irgendeinem Geschöpf abgelegt werden, sondern gegenüber Gott allein. Damit er es annehmen kann, soll es freiwillig, aus Glauben und einer Gewissensverpflichtung heraus abgelegt werden, aus Dank für empfangene Barmherzigkeit oder um das zu erlangen, was wir wünschen. Auf diese Weise verpflichten wir uns ernsthafter zur Übernahme nötiger Dienste oder zu anderen Dingen, sofern und solange sie die Begründung für das Gelübde passend zum Ausdruck bringen.

Niemand darf etwas zu tun geloben, das im Wort Gottes verboten ist oder was irgendeinen darin gebotenen Dienst verhindern würde, oder was nicht in eigener Macht steht und für dessen Erfüllung der Betreffende keine Verheißung oder Befähigung von Gott besitzt. In jeder Hinsicht sind römisch-katholische Mönchsgelübde, zu fortwährender Ehelosigkeit, erklärter Armut und zum Ordensgehorsam so weit davon entfernt, Grade „höherer Vollkommenheit“ zu sein, dass sie abergläubische und sündhafte Schlingen sind, in denen sich kein Christ verstricken sollte.

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