Westminster Bekenntnis – 39.Woche

26. September 2010

Artikel 23 – Von der staatlichen Gewalt

Gott der oberste Herr und König der ganzen Welt, hat die staatliche Gewalt eingesetzt, dass sie zu seiner Ehre und zum allgemeinen Wohl, ihm untergeordnet, über andere herrscht. Zu diesem Zweck hat er sie mit der „Schwertgewalt“ ausgerüstet, damit die Rechtschaffenen geschützt und gefördert, die Gesetzesbrecher jedoch bestraft werden.

Christen ist es erlaubt, ein staatliches Amt anzunehmen und auszuüben, wenn sie dazu berufen werden. Wie sie in dessen Ausübung in Übereinstimmung mit den bewahrenden Gesetzen jedes Gemeinwesens besonders Gottesfurcht, Gerechtigkeit und Frieden aufrechterhalten sollen, so dürfen sie in dieser Absicht nach dem Neuen Testament – aus gerechtem Grund und zwangsläufiger Veranlassung – rechtmäßig Krieg führen.

Die bürgerliche Obrigkeit darf sich die Verwaltung von Wort und Sakramenten oder die Macht der Schlüssel des Himmelreichs nicht selbst anmaßen, [jedoch hat sie die Befugnis und Pflicht, dafür zu sorgen, dass Einheit und Frieden in der Kirche erhalten bleiben, dass die Wahrheit Gottes rein und ganz bewahrt wird, dass alle Lästerungen und Irrlehren unterdrückt werden, dass aller Verfall und Missbrauch in Gottesverehrung und Sittlichkeit verhindert oder diese wiederhergestellt werden und alle Anweisungen Gottes ordnungsgemäß festgelegt, ausgeführt und eingehalten werden. Um diesen Auftrag besser verwirklichen zu können, hat sie die Macht, Synoden einzuberufen, bei ihnen gegenwärtig zu sein und dafür zu sorgen, dass das, was von ihnen behandelt wird, mit dem Willen Gottes übereinstimmt.]

Es ist die Pflicht des Volkes Gottes, für die Regierungen und staatlichen Behörden zu beten, deren Vertreter zu ehren, Steuern zu entrichten und andere Verpflichtungen zu erfüllen, ihren rechtmäßigen Anordnungen zu gehorchen und sich ihrer Autorität um des Gewissens willen unterzuordnen. Unglaube oder unterschiedliche Glaubenspositionen machen die rechte und gesetzmäßige Autorität des Staates nicht zunichte, noch wird dadurch das Volk Gottes von seinem Gehorsam entbunden, den es dem Staat schuldig ist; davon sind auch kirchliche Amtsträger nicht ausgenommen. Viel weniger besitzt der Papst irgendeine Macht und Rechtsprechung über den Staat und seinen Herrschaftsbereich oder über irgend einen seiner Bürger, [schon gar nicht, um sie ihrer Heimat oder ihres Lebens zu berauben, wenn er sie zu Ketzern erklärt, oder aus welchem anderen Vorwand sonst.]

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