Der große Westminster Katechismus – 42.Woche

16. Oktober 2010

165. Frage: Was ist die Taufe?
Antwort: Die Taufe ist ein Sakrament des Neuen Testaments, worin Christus das Waschen mit Wasser im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes verordnet hat als ein Zeichen und Siegel der Einpflanzung in ihn selbst, der Vergebung der Sünden durch sein Blut und der Wiedergeburt durch seinen Geist, der Kindschaft und der Auferstehung zum ewigen Leben, und wodurch die Getauften feierlich in die sichtbare Kirche aufgenommen werden und eine öffentlich bekundete Verpflichtung eingehen, gänzlich und einzig des Herrn zu sein.

166. Frage: Wem ist die Taufe zu spenden?
Antwort: Die Taufe ist solchen, die außerhalb der sichtbaren Kirche und so dem Bunde der Verheißung fremd sind, nicht zu spenden, bis sie ihren Glauben an Christum und ihren Gehorsam gegen ihn bekennen; doch stehen unmündige Kinder, die von Eltern abstammen, von denen entweder beide oder einer den Glauben an Christum und den Gehorsam gegen ihn bekennen, mit Rücksicht hierauf innerhalb des Bundes und sind zu taufen.

167. Frage: Wie muss unsere Taufe von uns vervollkommnet werden?
Antwort: Die notwendige, aber sehr vernachlässigte Pflicht, unsere Taufe zu vervollkommnen, muss von uns unser ganzes Leben lang erfüllt werden, besonders in der Zeit der Versuchung und wenn wir bei ihrer Spendung an andere zugegen sind, und zwar dadurch, dass wir ihre Natur und die Zwecke, zu denen Christus sie eingesetzt hat, die Vorrechte und Wohltaten, die dadurch mitgeteilt und versiegelt werden, und unser in ihr feierlich abgelegtes Gelübde ernstlich und dankbar betrachten, ferner dadurch, dass wir uns demütigen lassen wegen unserer sündhaften Befleckung, weil wir der Taufgnade und unseren Verpflichtungen zu wenig nachgekommen und ihr entgegengesetzt gewandelt sind, sodann dadurch, dass wir uns zur sicheren Gewissheit der Sündenvergebung und zu allen ändern Segnungen erheben, die uns in diesem Sakrament versiegelt sind, weiter dadurch, dass wir Kraft gewinnen aus dem Tode und der Auferstehung Christi, auf den wir getauft sind, zur Abtötung der Sünde und zur Belebung der Gnade, endlich dadurch, dass wir uns bemühen, durch den Glauben zu leben, unsern Wandel zu haben in Heiligkeit und Gerechtigkeit als diejenigen, die darin ihren Namen an Christum hingegeben haben, und in brüderlicher Liebe zu wandeln als die wir durch denselben Geist zu einem Leibe getauft sind.

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