Die Lehrregel von Dordrecht – 42.Woche

18. Oktober 2010

Artikel 7

Denn zuerst bewahrt er bei solchen Sündenfällen in ihnen seinen unvergänglichen Samen, aus dem sie wiedergeboren sind, daß er nicht vergehe oder hinausgeworfen werde. Zum andern erneuert er sie gewiß und kräftig durch sein Wort und seinen Geist zur Bekehrung, auf daß sie über die begangenen Sünden von Herzen und nach Gottes Sinn betrübt sind, mit einem zerschlagenen Herzen, durch den Glauben, in dem Blut des Mittlers Vergebung begehren und erlangen, die Gnade Gottes, die jetzt mit ihnen versöhnt ist, aufs neue fühlen, sein Erbarmen und seine Treue anbeten und künftig ihre Seligkeit mit Furcht und Zittern desto eifriger schaffen.

Artikel 8

So wird ihnen denn, nicht durch ihr Verdienst oder ihre Kraft, sondern aus Gottes gnädiger Barmherzigkeit, dies zuteil, daß sie weder ganz aus dem Glauben und der Gnade fallen noch bis ans Ende in dem Fall liegen bleiben oder verloren gehen. Dies könnte, soweit es von ihnen abhängt, nicht nur leicht geschehen, sondern würde auch ohne Zweifel geschehen. Doch in Hinsicht auf Gott kann es überhaupt nicht geschehen, weil weder sein Rat geändert noch seine Verheißung gebrochen, weder die Berufung nach seinem Vorsatz widerrufen noch die Verdienste, Fürbitte und Bewahrung Christi unwirksam gemacht, noch auch die Versiegelung des Heiligen Geistes vereitelt oder vernichtet werden kann.

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