Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 2.Woche

9. Januar 2011

Artikel 4 – Von den kanonischen Büchern des Alten und Neuen Testaments

Wir verstehen aber unter der Heiligen Schrift jene beiden Teile des Alten und Neuen Testamentes, welche die kanonischen Bücher genannt werden, über welche kein Streit ist. Dies ist die in der Kirche Gottes angenommene Zahl und Ordnung derselben: die fünf Bücher Mosis, das Buch des Josua, der Richter, Ruth, die zwei Bücher Samuelis, zwei der Könige, zwei der Chronik, die auch Paralipomena genannt werden, das erste Buch des Esra, Nehemia, Esther, Hiob, sodann die Psalmen Davids, drei Bücher Salomos, nämlich die Sprichwörter, der Prediger und das Hohelied, die vier großen Propheten Jesajas, Jeremias, Ezechiel und Daniel und dazu auch die zwölf kleinen Propheten. Die kanonischen Bücher des Neuen Testaments sind ferner: die vier Evangelisten, nämlich der heilige Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, die Apostelgeschichte, die vierzehn Briefe des heiligen Paulus und sieben von den übrigen Aposteln, die Offenbarung des heiligen Apostels Johannes.

Artikel 5 – Von dem Ansehen der Heiligen Schrift

Diese Bücher allein erkennen wir als heilig und kanonisch an, so daß auf ihnen unser Glaube beruhen und begründet und festgestellt werden kann. Und wir glauben ohne allen Zweifel alles das, was in ihnen enthalten ist, und zwar nicht sowohl, weil die Kirche sie als kanonisch annimmt und bestätigt, als weil der Heilige Geist unserm Bewußtsein bezeugt, daß sie von Gott stammen, und auch deshalb, weil sie selbst dies ihr Ansehen durch sich hinlänglich bezeugen und bestätigen, da selbst Blinde die Erfüllung aller der Dinge, welche in ihnen geweissagt, deutlich sehen und gleichsam mit ihren Sinnen wahrnehmen können.

Artikel 6 – Von dem Unterschiede der kanonischen und apokryphischen Bücher

Wir machen ferner einen Unterschied zwischen diesen heiligen Büchern und denen, die man Apokryphen nennt, so daß die Kirche zwar die Apokryphen lesen und aus ihnen Beweise entnehmen kann in Dingen, welche mit den kanonischen Büchern übereinstimmen; aber sie haben keineswegs ein solches Ansehen und eine solche Kraft, daß nach ihrem Zeugnisse irgendein Satz des Glaubens oder der Religion der Christen sicher festgestellt werden kann, geschweige daß sie das Ansehen der andern entkräften oder verringern können.

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