Die Lehrregel von Dordrecht – 5.Woche

2. Februar 2011

Artikel 8

Die genannte Erwählung ist nicht unterschiedlich, sondern ein und dieselbe für alle, die gerettet werden, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. Denn die Schrift verkündigt uns nur ein einiges Wohlgefallen, einen einigen Vorsatz und Rat des göttlichen Willens, durch die er uns von Ewigkeit her erwählt hat, sowohl zur Gnade als auch zur Herrlichkeit, zur Seligkeit und zu dem Wege der Seligkeit, den er bereitet hat, daß wir darauf wandeln sollen (Eph 1,4-5 und Eph 2,10).

Artikel 9

Dieselbe Erwählung ist nicht aus dem vorhergesehenen Glauben und Gehorsam des Glaubens, aus vorhergesehener Heiligkeit oder irgend einer anderen guten Eigenschaft oder Fähigkeit geschehen, die als Grund oder Bedingung vorher in dem Menschen erforderlich wären, der erwählt werden soll, sondern zu dem Glauben, zu dem Gehorsam des Glaubens, zur Heiligkeit usw. Demnach ist die Erwählung die Quelle aller seligmachenden Güter, aus welcher der Glaube, die Heiligkeit und andere seligmachenden Gaben, und schließlich das ewige Leben selbst, als Früchte hervorgehen, nach dem Zeugnis des Apostels: Er hat uns erwählt, nicht weil wir heilig und unsträflich vor ihm waren, sondern daß wir es sein sollten (Eph 1,4).

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