Die Lehrregel von Dordrecht – 7.Woche

16. Februar 2011

Artikel 12

Dieser ihrer ewigen und unveränderlichen Erwählung zur Seligkeit werden die Auserwählten zu seiner Zeit, wenn auch in verschiedenen Graden und ungleichem Maße, vergewissert; nicht, wenn sie die Verborgenheit und Tiefen Gottes neugierig erforschen, sondern wenn sie die untrüglichen Früchte der Erwählung, im Worte Gottes aufgezeigt (als da sind: der wahre Glaube an Christus, kindliche Gottesfurcht, göttliche Traurigkeit über die Sünde, Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit usw.) mit geistlicher Freude und heiligem Vergnügen in sich wahrnehmen (2.Kor. 13,5).

Artikel 13

Der Erfahrung und Gewißheit dieser Erwählung entnehmen die Kinder Gottes täglich größere Ursache, sich vor Gott zu demütigen, die Tiefe seiner Barmherzigkeit anzubeten, sich selbst zu reinigen und ihn, der sie zuerst sehr geliebt hat, wiederum inbrünstig zu lieben. Es ist denn auch weit davon entfernt, daß sie durch diese Lehre von der Erwählung und durch deren Betrachtung in dem Befolgen der göttlichen Gebote lässiger oder auf fleischliche Art sorglos würden. Dies pflegt aber nach Gottes gerechtem Urteil denen zu widerfahren, die, indem sie sich der Gnade der Erwählung leichtsinnig vermessen oder eitel und leichtfertig über sie schwatzen, auf dem Wege der Auserwählten nicht wandeln wollen.

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