Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 10.Woche

5. März 2011

Artikel 15 – Von der Erbsünde
Wir glauben, daß durch den Ungehorsam Adams die sogenannte Erbsünde sich über das ganze Menschengeschlecht verbreitet hat. Es ist aber die Erbsünde ein Verdorbensein der ganzen Natur, ein angeerbter Fehler, mit dem selbst die Kinder im Mutterleibe behaftet sind, und die wie eine giftige Wurzel alle Art von Sünde im Menschen hervorbringt, und sie ist so abscheulich und verdammlich vor Gott, daß sie zur Verdammung des ganzen Menschengeschlechtes hinreicht. Auch wird sie nicht durch die Taufe ganz gehoben oder mit der Wurzel ausgerissen, da aus ihr wie aus einer unheilvollen und verderbten Quelle immerwährend Bäche entstehen und ausfließen, obgleich es den Kindern Gottes nicht zur Verdammung gereicht oder angerechnet, sondern aus reiner Gnade und Barmherzigkeit Gottes ihnen vergeben wird; nicht, damit sie im Vertrauen auf diese Vergebung einschlafen, sondern damit das Gefühl dieser Verderbtheit viele Seufzer in den Gläubigen erwecke, damit sie desto sehnlicher wünschen, von diesem Leibe des Todes befreit zu werden. Hier verwerfen wir daher die Irrlehre der Pelagianer, welche behaupten, daß die Erbsünde nichts sei als Nachahmung.

Artikel 16 – Von der göttlichen Vorherbestimmung
Wir glauben, daß Gott, nachdem die ganze Nachkommenschaft Adams so durch die Schuld des ersten Menschen in Verderben und Untergang gestürzt war, sich so gezeigt und bewährt habe, wie er wahrhaft ist, nämlich barmherzig und gerecht. Barmherzig nämlich, indem er von der Verdammnis und dem Untergange diejenigen befreite und erlöste, welche er in seinem ewigen und unveränderlichen Ratschlusse aus reiner und unverdienter Güte durch Jesum Christum, unsern Herrn, erwählte, ohne irgendeine Rücksicht auf gute Werke derselben. Gerecht aber, indem er andere in ihrem Falle und ihrer Verderbnis ließ, wohinein sie sich selbst gestürzt haben. Auf diese Weise zeigt er, daß er ein barmherziger und milder Gott sei denen, die er errettet hat, ohne es ihnen schuldig zu sein, wie er sich auch als gerechter Richter zeigt, indem er seine gerechte Strenge gegen die übrigen kundtut. Und dabei fügt er ihnen kein Unrecht zu. Denn daß er einige erlöst hat, geschieht nicht deshalb, weil sie besser sind als die anderen, die alle einem gewissen Untergange verfallen sind, bis Gott sie ausscheidet und sie befreit nach seinem ewigen und unabänderlichen Ratschluß, der in Jesu Christo begründet ist, bevor die Welt geschaffen worden ist. Niemand kann daher nach dieser Ansicht zu dieser Herrlichkeit durch sich selbst gelangen, da wir von uns selbst nicht imstande sind, etwas Gutes zu denken, wenn nicht Gott uns durch seine Gnade und reine Güte zuvorkommt; so sehr ist unsre Natur verdorben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: