Die Lehrregel von Dordrecht – 11.Woche

15. März 2011

Die Verwerfung der Irrtümer, durch welche die niederländischen Kirchen eine Zeitlang beunruhigt wurden

Nach Darlegung der rechtgläubigen Lehre von der Erwählung und Verwerfung verwirft die Synode die Irrtümer derer:

1.

Die lehren: „Der Wille Gottes, diejenigen, die glauben und im Glauben und Gehorsam des Glaubens beharren würden, selig zu machen, sei der ganze und vollständige Ratschluß der Erwählung zur Seligkeit , und es sei nichts anderes über diesen Ratschluß im Worte Gottes geoffenbart.“ – Denn diese betrügen die Einfältigen und widersprechen eindeutig der Heiligen Schrift, die bezeugt, daß Gott nicht nur diejenigen, die glauben, selig machen will, sondern daß er auch bestimmte Menschen von Ewigkeit her erwählt hat, die er – vor anderen – in dieser Zeit mit dem Glauben an Christus und der Beharrlichkeit beschenken werde, wie geschrieben steht: Ich habe deinen Namen offenbart den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast (Joh. 17,6). Und: Es wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren (Apg. 13,48). Und: Er hat und in ihm erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten heilig sein usw. (Eph. 1,4).

2.

Die lehren: „Die Erwählung Gottes zum ewigen Leben sei vielerlei: die eine allgemein und unbestimmt, die andere eine besondere und bestimmte, und diese wiederum entweder unvollständig, widerruflich, nicht entscheidend und bedingt, oder vollständig, unwiderruflich, entscheidend und unbedingt.“ Ebenso: „Es gebe eine Erwählung zum Glauben und eine andere zur Seligkeit, so daß die Erwählung zum rechtfertigenden Glauben ohne die entscheidende Erwählung zur Seligkeit möglich sei.“ Denn dies ist eine Erdichtung des menschlichen Gehirns, ohne die Schrift ausgedacht, wodurch die Lehre von der Erwählung verdorben und diese goldene Kette unserer Seligkeit zerrissen wird: Welche er verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht (Röm. 8,30).

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