Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 13.Woche

26. März 2011

Artikel 20 – Von der Art der Erlösung durch die Erweisung der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes in Christo
Wir glauben, daß Gott, der vollkommen barmherzig und gerecht ist, seinen Sohn gesandt hat, daß er diese Natur annähme, die durch Ungehorsam gesündigt hatte, damit er in eben dieser Natur genugtue und damit Gott für die Sünde durch den herben Tod und das Leiden seines Sohnes die gerechte Strafe vollzöge. Gott hat daher seine Gerechtigkeit an seinem eignen Sohne, auf den er unsre Sünden häufte, gezeigt und geübt, seine Güte aber und Barmherzigkeit über uns Schuldige und der Verdammnis Würdige gütig ergossen und geübt, indem er seinen Sohn für uns, nach seiner vollkommensten Liebe gegen uns, dem Tode hingegeben hat und ihn wieder unsrer Rechtfertigung wegen von den Toten auferweckt hat, damit wir Unsterblichkeit und ewiges Leben durch ihn erlangen.

Artikel 21 – Von der Genugtuung Christi für unsre Sünden
Wir glauben, daß Jesus Christus der Hohepriester ist, in Ewigkeit mit einem Schwure eingesetzt, nach der Ordnung Melchisedeks, der sich für uns dem Vater zur Versöhnung seines Zornes mit völliger Genugtuung darbot, indem er sich selbst auf den Altar des Kreuzes stellte und sein kostbares Blut zur Abwaschung unsrer Sünden vergoß, wie dies die Propheten vorhergesagt hatten. Denn es ist geschrieben: »Die Strafe zu unsrem Frieden ist auf den Sohn Gottes gelegt, und durch ihn sind wir geheilt worden«; und: »Er ist wie ein Schaf zum Schlachten geführt«; und: »Er ist unter die Sünder und Übertreter gezählt«; und er ist von Pontius Pilatus wie ein Missetäter verurteilt, obgleich er ihn vorher für unschuldig erklärte. Was er nie genommen hatte, hat er bezahlt, und, ein Gerechter, hat er für Ungerechte gelitten, und zwar sowohl an seiner Seele als an seinem Leibe, so daß er, indem er die furchtbare Strafe fühlte, die wir für unsre Sünden verdient hatten, Blut und Wasser schwitzte und endlich ausrief: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Dies alles ertrug er zur Vergebung unsrer Sünden. Deshalb sagen wir mit Recht mit dem heiligen Paulus, daß wir uns nicht dafür halten, daß wir etwas wissen denn Jesum Christum, und denselbigen gekreuzigt, ja daß wir alles für Dreck erachten um der überschwenglichen Erkenntnis unsres Herrn Jesu Christi willen, da wir in seinen Wunden Trost aller Art finden. Deshalb ist es durchaus nicht nötig, daß wir irgendeine andere Weise wünschen oder selbst erdenken, auf die wir mit Gott wieder versöhnt werden können, außer dieses einzige und einmal vollbrachte Opfer, durch welches alle Gläubigen, welche geheiligt werden, in Ewigkeit geweiht und vollkommen gemacht sind. Und das ist der Grund, weshalb er selbst vom Engel »Jesus« genannt ist, das ist Erretter, weil er sein Volk selig machen sollte von seinen Sünden.

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