Heidelberger Katechismus – 47.Sonntag

23. November 2009

122. Frage: Was ist die erste Bitte?
Antwort: »Geheiliget werde dein Name«: Das ist, gib uns erstlich, daß wir dich recht erkennen[1]und dich in allen deinen Werken, in welchen leuchtet deine Allmächtigkeit, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen[2], Darnach auch, daß wir unser ganzes Leben, Gedanken, Wort und Werk dahin richten, daß dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehret und gepriesen werde.[3]

1) Joh. 17, 3; Matth. 16, 17; Jak. 1, 5; Ps. 119, 105
2) Ps. 119, 137; Röm. 11, 33–36
3) Ps. 71, 8; 115, 1


Die Lehrregel von Dordrecht – 47.Woche

22. November 2009

Verwerfung der Irrtümer

Nach Darlegung der rechtgläubigen Lehre verwirft die Synode die Irrtümer derer:

1.

Die lehren: „Die Beharrung der wahrhaft Gläubigen sei keine Frucht der Erwählung oder eine Gabe Gottes, durch den Tod Christi erworben, sondern eine Bedingung des Neuen Bundes, die der Mensch vor seiner (wie sie sagen) entscheidenden Erwählung und Rechtfertigung durch seinen freien Willen erfüllen muß.“ Denn die Heilige Schrift bezeugt, daß sie aus der Erwählung folge und durch die Kraft des Todes, der Auferstehung und Fürbitte Christi den Erwählten geschenkt werde. Röm. 11,7: Die Auserwählten aber erlangten es; die andern sind verstockt. Ebenso Röm. 8,32-35: Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?

2.

Die lehren: „Gott versehe zwar den gläubigen Menschen mit genug Kräften, um zu beharren, und sei bereit, sie in ihm zu bewahren, wenn er seine Pflicht tue, aber wenn nun auch alles Mögliche, was zur Ausdauer im Glauben nötig ist und was Gott als Mittel zur Erhaltung des Glaubens gebrauchen will, getan sei, hänge es doch immer noch von dem Belieben des Willens ab, ob er beharre oder nicht.“ Denn diese Ansicht offenbart einen deutlichen Pelagianismus und macht die Menschen, während er sie frei machen will, zu Räubern der Ehre Gottes, und dies ist im Widerspruch zu dem einhelligen Zeugnis der evangelischen Lehre, die dem Menschen allen Grund zum Selbstruhm nimmt und das Lob dieser Wohltat allein der Gnade Gottes zuschreibt, und zu dem Apostel, der bezeugt: Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unseres Herrn Jesus Christus (1.Kor. 1,8).


Westminster Bekenntnis – 47.Woche

21. November 2009

Artikel 29 – Vom Abendmahl des Herrn

Unser Herr Jesus setzte in der Nacht, in der er verraten wurde, das Sakrament seines Leibes und Blutes, genannt das Abendmahl des Herrn, ein, damit es in seiner Kirche bis ans Ende der Welt gehalten würde: zur immerwährenden Erinnerung an sein eigenes Opfer in seinem Tod; zur Versiegelung aller seiner daraus stammenden Wohltaten an den wahren Gläubigen; zu ihrer geistlichen Nahrung und ihrem Wachstum in ihm; zu ihrem weiteren Eifer im Dienst und in der Bindung an alle Pflichten, die sie ihm schulden; und zu einem Band und Pfand ihrer Gemeinschaft mit ihm und miteinander als Glieder seines verborgenen Leibes.

In diesem Sakrament wird Christus nicht dem Vater aufgeopfert, auch gar kein wirkliches Opfer für die Vergebung der Sünden von Lebenden und Toten vollzogen. Vielmehr handelt es sich nur um die Erinnerung an das eine Opfer, das er – ein für allemal – durch sich selbst am Kreuz dargebracht hat; so stellt es eine geistliche Opfergabe in Form jedes nur möglichen Lobpreises Gottes für die Wohltat der Vergebung dar. Deshalb erweist sich das römisch-katholische „Messopfer“, wie sie es nennen, als eine ganz abscheuliche Beschimpfung des einmaligen und einzigen Opfers Christi, das die alleinige Versöhnung für alle Sünden der Erwählten ist.

Der Herr Jesus hat seine Diener beauftragt, sein Einsetzungswort vor den Menschen zu sprechen, zu beten und die Elemente von Brot und Wein zu segnen und sie damit von einem gewöhnlichen Gebrauch zu einem heiligen abzusondern, das Brot zu nehmen und zu brechen, den Kelch zu nehmen und (wobei sie auch selbst teilnehmen) beides den Kommunikanten zu geben – aber an niemanden, der sich nicht dazu in der Gemeinschaft versammelt hat.

Im Widerspruch mit dem Wesen dieses Sakraments und zur Einsetzung Christi stehen : Privatmessen oder der Empfang des Sakraments als Einzelperson von einem Priester oder irgend jemand anderem; ebenso die Verweigerung des Kelchs gegenüber den Gemeindegliedern; gottesdienstliche Verehrung der Elemente – deren Emporheben oder Umhertragen zur Anbetung und Aufbewahrung zu irgendeinem angeblich gottesdienstlichen Gebrauch.


Der große Westminster Katechismus – 47.Woche

20. November 2009

182. Frage: Wie hilft uns der Geist beim Beten?
Antwort: Da wir nicht wissen, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, so hilft der Geist unserer Schwachheit auf, indem er uns befähigt, zu verstehen, sowohl für wen und was als auch wie gebetet werden muss, und indem er in unsern Herzen (wenn auch nicht in allen Menschen und nicht zu allen Zeiten in demselben Maß) die Gedanken, Gemütsbewegungen und Gnadengaben wirkt und belebt, welche zur rechten Erfüllung dieser Pflicht erforderlich sind.

183. Frage: Für wen müssen wir beten?
Antwort: Wir müssen beten für die ganze Kirche Christi auf Erden, für die Obrigkeit und für die Diener am Wort, für uns selbst, unsere Brüder, sogar für unsere Feinde, und für Menschen aller Art, die jetzt leben oder künftig leben werden, aber nicht für die Toten, auch nicht für die, von denen bekannt ist, dass sie die Sünde zum Tode begangen haben.

184. Frage: Um welche Dinge müssen wir beten?
Antwort: Wir müssen um alle Dinge beten, die Gott zur Ehre, der Kirche zum Wohl und uns selbst und ändern zum Besten dienen, nicht aber um irgendetwas, das unrecht ist.

185. Frage: Wie müssen wir beten?
Antwort: Wir müssen beten mit einer ehrfurchtsvollen Vorstellung von der Majestät Gottes und einer tiefen Empfindung von unserer eigenen Unwürdigkeit, unseren Nöten und Sünden, mit bußfertigem, dankbarem und geöffnetem Herzen, mit Verstand, Glauben, Aufrichtigkeit, Inbrunst, Liebe und Beharrlichkeit, indem wir mit demütiger Unterwerfung unter seinen Willen auf ihn harren.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 47.Woche

19. November 2009

Artikel 30 – Von der Leitung der Kirche
Wir glauben, daß diese wahre Kirche regiert und gelenkt werden muß durch jene geistige Verwaltung, die uns Gott selbst in seinem Worte gelehrt hat, nämlich daß in ihr Hirten und Diener sind, welche rein predigen und die Sakramente verwalten. Es sollen auch Älteste und Diakonen sein, welche das Presbyterium oder den Kirchensenat bilden, damit gleichsam durch diese Mittel die wahre Religion erhalten und die wahre Lehre zum Teil vorbereitet und erhalten werden kann, die den Lastern ergebenen Leute geistlich getadelt und gebessert und gleichsam durch den Zaum der Zucht gezügelt werden und die Armen und Bedrängten mit Hilfe und Trost nach eines jeden Bedürfnis unterstützt werden können. Denn dann wird alles gehörig und ordentlich in der Kirche zugehn, wenn gläubige und fromme Männer zu ihrer Leitung erwählt werden, nach der Vorschrift des heiligen Paulus, die sich findet 1. Tim. 3 und Tit. 1.

Artikel 31 – Von der Berufung der Kirchendiener
Wir glauben, daß die Diener, Ältesten und Diakonen zu diesen ihren Ämtern berufen und befördert werden müssen durch gesetzmäßige Berufung der Kirche bei ernster Anrufung Gottes und durch Abstimmung der Kirche und daß sie nachher in ihren Ämtern durch Handauflegen bestätigt werden, in der Art und Weise, welche uns im Worte Gottes vorgeschrieben wird. Es muß sich jedoch jeder sorgfältig hüten, sich nicht durch unerlaubte Mittel zu diesen Ämtern zu drängen. Denn alle müssen erwarten, bis sie von Gott selbst berufen werden, damit sie ein sicheres Zeugnis ihrer Berufung haben und wissen, daß sie von Gott sei. Übrigens haben alle Diener des Wortes Gottes, an welchem Ort sie sein mögen, alle dieselbe Macht und gleiches Ansehen, da sie alle gleich Diener Christi, des einen allgemeinen Bischofs und Hauptes der Kirche, sind. Und somit hat keine Kirche irgend Macht oder Herrschaft über eine andere, über sie zu herrschen. Ferner müssen alle, damit diese heilige Anordnung Gottes nicht verletzt wird oder in Verachtung kommt, die Diener des Wortes und die Ältesten der Kirche hochschätzen wegen des Werkes, dem sie sich widmen, und mit ihnen Frieden halten und sich von Zank und Streitigkeiten soviel als möglich fernhalten.

Artikel 32 – Von der Macht der Kirche, Kirchengesetze zu geben und die Zucht zu handhaben
Indessen glauben wir, obgleich es zwar nützlich ist, daß die Führer, welche den Kirchen vorstehen, eine Ordnung unter sich festsetzen zur Erhaltung des Körpers der Kirche, daß sie sich doch sorgfältig hüten müssen, auf keine Weise von dem abzuweichen oder sich zu entfernen, was Christus selbst, unser einziger Lehrer, einmal festgesetzt hat. Deshalb verwerfen wir alle menschlichen Erfindungen und alle Gesetze, welche zur Verehrung Gottes eingeführt sind, daß durch sie die Gewissen auf irgendeine Weise gefesselt oder gebunden werden. Wir nehmen daher diejenigen allein an, welche geeignet sind, die Eintracht zu pflegen und zu nähren oder uns im Gehorsam gegen Gott zu erhalten. Dazu ist aber besonders notwendig die Exkommunikation, die nach der Vorschrift des Wortes Gottes geschieht, und andere mit dieser Kirchenzucht in Verbindung stehende Anhänge.