Heidelberger Katechismus – 6.Sonntag

10. Februar 2010

16. Frage: Warum muß er ein wahrer und gerechter Mensch sein?
Antwort: Darum, daß die Gerechtigkeit Gottes erfordert[1], daß die menschliche Natur, die gesündigt hat, für die Sünde bezahle, und aber einer, der selbst ein Sünder wäre, nicht könnte für andere bezahlen[2].

1) Röm. 5, 12. 15
2) 1. Petr. 3, 18; Jes. 53, 3–5. 10. 11

17. Frage: Warum muß er zugleich wahrer Gott sein?
Antwort: Daß er aus Kraft seiner Gottheit[3] die Last des Zorns Gottes an seiner Menschheit ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben[4] und wiedergeben möchte[5].

3) Jes. 53, 8; Apg. 2, 24; 1. Petr. 3, 18
4) Joh. 3, 16; Apg. 20, 28
5) Joh. 1, 4

18. Frage: Wer ist aber derselbe Mittler, der zugleich wahrer Gott und ein wahrer, gerechter Mensch ist?
Antwort: Unser Herr Jesus Christus[6], der uns zur vollkommenen Erlösung und Gerechtigkeit geschenkt ist[7].

6) Matth. 1, 23; 1. Tim. 3, 16; Luk. 2, 11
7) 1. Kor. 1, 30

19. Frage: Woher weißt du das?
Antwort: Aus dem heiligen Evangelium, welches Gott selbst anfänglich im Paradies[8] hat offenbaret, folgends durch die heiligen Erzväter[9] und Propheten lassen verkündigen und durch die Opfer und andere Zeremonien des Gesetzes vorgebildet[10], endlich aber durch seinen eingeliebten Sohn erfüllet[11].

8) 1. Mos. 3, 15
9) 1. Mos. 22, 18; 49, 10. 11; Röm. 1, 2; Hebr. 1, 1; Apg. 3, 22–24; 10, 43
10) Joh. 5, 46; Hebr. 10, 7
11) Röm. 10, 4; Gal. 4, 4. 5


Die Lehrregel von Dordrecht – 6.Woche

9. Februar 2010

Artikel 10

Der Grund dieser gnädigen Erwählung ist allein das Wohlgefallen Gottes, das nicht darin besteht, daß er irgendwelche Eigenschaften oder Werke der Menschen aus allen möglichen Bedingungen als eine Bedingung des Heils auswählte, sondern darin, daß er sich einige bestimmte Personen aus der allgemeinen Menge der Sünder zum Eigentum annahm, wie geschrieben steht: Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten usw., ward zu ihr (Rebekka) gesagt: Der Ältere soll dem Jüngeren dienstbar werden. Wie geschrieben steht: Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehaßt (Roem 9,11-13). Und: Und wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren (Apg 13,48).

Artikel 11

Und wie Gott selbst im höchsten Grade weise, unveränderlich, allwissend und allmächtig ist, so kann die durch ihn geschehene Erwählung weder ungeschehen gemacht und wiederholt, noch verändert, widerrufen oder abgebrochen werden, noch können die Erwählten verworfen oder kann ihre Zahl vermindert werden.


Westminster Bekenntnis – 6.Woche

8. Februar 2010

Diejenigen, die aus dem menschlichen Geschlecht zum Leben vorherbestimmt sind, hat Gott vor Grundlegung der Welt nach seinem ewigen und unwandelbaren Vorsatz und verborgenen Ratschluss und Wohlgefallen seines Willens in Christus zu ewiger Herrlichkeit erwählt; dies aus seiner völlig freien Gnade und Liebe – ohne jede Rücksicht auf Glauben und gute Werke oder die Beharrung in beiden, auch hat ihn keine in den Kreaturen vorhandene Voraussetzung oder Ursache dazu bewogen; und all das zum Lobpreis seiner herrlichen Gnade.

Wie Gott die Erwählten zur Herrlichkeit berufen hat, so hat er nach dem ewigen und völlig freien Entschluss seines Willens alle Mittel dazu im voraus bestimmt. Deswegen sind die Erwählten, die in Adam gefallen sind, erlöst durch Christus; wirksam berufen zum Glauben an Christus durch seinen Geist, der zu seiner Zeit wirkt; sind gerechtfertigt, zur Kindschaft angenommen, geheiligt und bewahrt aus seiner Kraft durch den Glauben zum ewigen Heil. So sind auch keine anderen durch Christus erlöst, wirksam berufen, gerechtfertigt, angenommen, geheiligt und bewahrt als allein die Erwählten.

Nach dem unerforschlichen Ratschluss seines eigenen Willens – aufgrund dessen er Barmherzigkeit walten lässt oder zurückhält, wie es ihm gefällt – hat Gott beschlossen, die übrige Menschheit zur Ehre seiner höchsten Macht über seine Geschöpfe zu übergehen und sie zum Lob seiner vollkommenen Gerechtigkeit wegen ihrer Sünde zu Schmach und Zorn zu bestimmen.

Die Lehre dieser tiefen Geheimnisse der Vorherbestimmung soll mit besonderer Klugheit und Sorgfalt behandelt werden, damit die Menschen – die den im Wort geoffenbarten Willen Gottes beachten und ihm Gehorsam leisten – in der festen Zuversicht auf ihre wirksame Berufung Gewissheit haben, dass sie in Ewigkeit erwählt worden sind. So soll diese Lehre als Grund zum Lobpreis, zur Ehrerbietung und Bewunderung Gottes und zu Demut, Fleiß und reichlichem Trost für alle, die dem Evangelium ernsthaft gehorchen, dienen.


Der große Westminster Katechismus – 6.Woche

7. Februar 2010

22. Frage: Ist das ganze Menschengeschlecht in jener ersten Übertretung gefallen?

Antwort: Da der Bund mit Adam wie mit einem bevollmächtigten Vertreter nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Nachkommenschaft geschlossen war, so hat in jener ersten Übertretung das ganze Menschengeschlecht, das von ihm durch natürliche Zeugung abstammt, in ihm gesündigt und ist mit ihm gefallen.

23. Frage: In was für einen Stand hat der Fall das Menschengeschlecht gebracht?

Antwort: Der Fall hat das Menschengeschlecht in einen Stand der Sünde und des Elends gebracht.

24. Frage: Was ist Sünde?

Antwort: Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit einem göttlichen Gesetz oder jede Übertretung eines göttlichen Gesetzes, welches dem vernünftigen Geschöpf zur Richtschnur gegeben ist.


Das Niederländische Glaubensbekenntnis – 6.Woche

6. Februar 2010

Artikel 10 – Von der ewigen Gottheit des Sohnes Gottes, unsres Herrn Jesu Christi
Wir glauben, daß Jesus Christus hinsichtlich seiner göttlichen Natur der einzige Sohn Gottes sei, von Ewigkeit gezeugt, nicht gemacht noch geschaffen (denn dann wäre er ein Geschöpf), sondern dem Vater gleich oder desselben Wesens mit dem Vater und ihm gleich ewig, der Ausdruck oder das wahre Bild der des Vaters und der Abglanz seiner Herrlichkeit, in allem ihm gleich. Er ist aber Sohn Gottes nicht nur von der Zeit an, wo er unsre menschliche Natur annahm, sondern von Ewigkeit, wie diese Zeugnisse, unter sich verglichen, uns lehren: Moses sagt, Gott habe die Welt erschaffen; aber der heilige Johannes sagt, daß durch das Wort, das er Gott nennt, alles geschaffen worden sei, und was der heilige Johannes das Wort nennt, das nennt der heilige Paulus den Sohn, indem er sagt, Gott habe durch seinen Sohn die Welt geschaffen. Außerdem sagt der heilige Paulus, Gott hätte alles durch Jesum Christum geschaffen. Es folgt daher, daß der, welcher Gott, Wort, Sohn und Jesus Christus genannt wird, schon damals gewesen sei, als alles von ihm erschaffen worden ist. Und deshalb sagt Micha: »Dessen Ausgänge von Alters her, ja von den Tagen der Welt her gewesen sind.« Desgleichen: »Er ist der Erstgeborne aller Kreaturen«, und: »Er hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens.« Im zweiten Psalm: »Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeuget. Küsset den Sohn.« Er ist daher wahrer und ewiger Gott, der Alleinmächtige, den wir anrufen, anbeten und verehren alle Tage unsres Lebens.

Artikel 11 – Von der Person und ewigen Gottheit des Heiligen Geistes
Wir glauben auch und bekennen, daß der Heilige Geist vom Vater und Sohne von Ewigkeit ausgehe und daß er so weder gemacht noch geschaffen noch gezeugt sei, sondern nur ausgehend von beiden, der Ordnung nach die dritte Person der Dreieinigkeit, von demselben Wesen und derselben Herrlichkeit und Majestät mit dem Vater und Sohne. Und deshalb ist er auch selbst wahrer und ewiger Gott.